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Zwischenfall in Gorleben

Betreiber des Zwischenlagers für hochradioaktiven Atommüll hat mit der Technik zu kämpfen

Im Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll, das man der Bevölkerung im niedersäsischen Wendland gegen anhaltenden Widerstand aufgezwungen hat, haben die Betreiber offenbar Schwierigkeiten mit der Überwachungstechnik. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, kam es am Samstag zu einem Zwischenfall der Kategorie "Eilt". Die Überwachung eines Castors, das heißt, eines der Behälter, hatte versagt. Das FDP-geführte Umweltministerium in Hannover ließ am Sonntag verlauten, dass "[z]u keinem Zeitpunkt die Gefahr der Freisetzung von Radioaktivität [bestand]." Zu diesem Zeitpunkt war sie aber noch nicht über die tatsächliche Ursache des Vorfalls informiert, wie sich später herausstellte.

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Nach dem Auswechseln eines Kabels, das irrtümlich als Fehlerquelle angenommen wurde, gab es erneut eine Zwischenfallmeldung. Am Montag war dann, wie der NDR berichtet endlich klar, dass das Problem von einem Druckmessgerät verursacht wurde. Das Instrument dient der Überwachung der Dichtigkeit der Behälter und wurde zwischenzeitlich offenbar ausgetauscht.

Jochen Stay von der Anti-AKW-Kampagne .ausgestrahlt merkte zu dieser zweitägigen Fehlersuche an: "Die Technik in der Castor-Halle in Gorleben ist gegenüber dem, was es in AKWs wie Krümmel oder Biblis zu beherrschen gilt, wenig komplex. Doch wenn es noch nicht einmal in Gorleben gelingt, Ursachen von Störfällen kurzfristig zu ermitteln und zu beseitigen, bekommen wir eine Ahnung davon, wie es in den Atomkraftwerken zugeht."

Bei der Bürgerinitiative Lüchow Dannenberg weist man darauf hin, dass auch dann, wenn keine zusätzliche Radioaktivität ausgetreten sei, zumindest das Bedienungspersonal durch das Hantieren an dem Behälter erhöhter Strahlung ausgesetzt wurde. Die Reaktionen der Zwischenlagerbetreiber empfindet man als absurd und fühlt sich an Vattenfalls Informationspolitik angesichts der Unfälle im AKW Krümmel erinnert: “Dort wie hier in Gorleben wird von der Störanfälligkeit der Nukleartechnologie abgelenkt und das Funktionieren des Sicherheitssystems selbst dann noch gelobt, wenn gleich nach einer Reparatur der gleiche Störfall noch einmal eintritt.”

Am letzten Sonntag hatten, wie die Initiative berichtet, 50 Personen mit einem "Spaziergang" vor dem Eingang zum Gorlebener Salzstock dagegen protestiert, dass die neue schwarz-gelbe Koalition in Berlin dessen Erkundung wieder aufnehmen wird. Die Atomkraftgegner kündigten angesichts der Berliner Atompläne eine Verschärfung der Auseinandersetzungen an. Der nächste Castor-Transport ins Wendland sei für den Herbst 2010 geplant.

Wolfgang Pomrehn02.11.2009
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Kommentare lesen (83 Beiträge)
Die Unklarheit liegt nicht in meiner Argumentation, ...
es wird nicht besser Irwisch
Re: Demonstrationsrecht darf nicht am Castor-Behälter gebrochen werden

 
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