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Britische Regierung erwägt persönliches CO2-Kontingent

Angeblich wäre ein solches Schema gerecht und effizient, um die CO2-Emissionen zu senken.

Der Vorschlag liegt in der Luft, die Briten könnten nun vorangehen, wenn sie Lord Smith of Finsbury, dem Leiter der britischen Umweltbehörde, folgen. Er schlägt vor, dass allen Menschen ein jährliches persönliches CO2-Kontingent (Personal Carbon Trading – PCT) zugewiesen werden soll. Überschreitet eine Person die ihm zugewiesene Menge an CO2-Emissionen, dann würden Geldstrafen fällig.

Das sei, so Finsbury, die gerechteste und effizienteste Weise, die eingegangenen Verpflichtungen Großbritanniens zur Emissionsreduktion einhalten zu können. Bis 2050 müssten die CO2-Emissionen von jetzt jährlich 9 Tonnen pro Person auf 2 Tonnen reduziert werden. Die Umverteilung der Klimazeile auf alle ist nach einer Studie des Ministeriums für Umwelt, Lebensmittel und Landwirtschaft realisierbar, die britische Regierung denkt schon länger darüber nach, Karten einzuführen, mit denen bei Käufen die CO2-Emissionseinheiten verrechnet werden.

Nach der Vorstellung von Finsbury würde jede erwachsene Privatperson mit seinem persönlichen CO2-Kontingent, das für alle gleich sein soll, eine ID-Nummer erhalten, die jedes Mal angegeben werden muss, wenn stark CO2-haltige Produkte wie Benzin, Strom oder Flugreisen gekauft werden. Auf einem Konto ließe sich dann einsehen, wie viel bereits ausgegeben wurde. Wer sein Kontingent überschreitet, müsste von denjenigen, die weniger brauchen, Anteile erwerben.

Solche Kontingente seien für ärmere Menschen gerechter als allgemein eine höhere Besteuerung, wiederholt Finsbury. So könnten sich auch Geringverdiener etwa noch Flüge leisten. Nur wer mehr fliegt, müsste sich schnell mehr Anteile kaufen, was den umweltbewussteren und den ärmeren Menschen zugute käme. Ganz allgemein würden ärmere Haushalte besser fahren oder gar zusätzliche Einnahmen erzielen, während die reicheren mehr bezahlen müssten.

Im Augenblick jedenfalls passt der PCT-Vorschlag ganz gut zur Situation des heruntergewirtschafteten Landes, das nun wegen der Schulden durch Bankrettungs- und Konjunkturprogramme Milliarden in den öffentlichen Ausgaben kürzen muss. Ein Sprecher der Umweltbehörde meinte, ein solches Programm träfe nur die mit einem "extravaganten Lebensstil". Wer viel dem Fahrrad fährt, würde Geld zurückerhalten: "Es werden wahrscheinlich nur Banker und diejenigen mit extravaganten Lebensstilen verlieren."

Allerdings würde damit nicht nur ein neues, teures Bürokratiemonster – Schätzungen reichen von 700 Millionen bis 2 Milliarden zur Einführung und jährliche Kosten von 1-2 Milliarden Pfund - entstehen, das zudem persönliche Daten sammelt, sondern die reicheren Menschen werden sich, zumal wenn sie selbständig sind, ihre Schlupflöcher schaffen, die den ärmeren nicht zur Verfügung stehen.

Florian Rötzer09.11.2009
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