Klimaabkommen wird zweigeteilt
Um die Klimakonferenz in seinem Land noch zu retten, flog der dänische Premierminister Lars Rasmussen kurzerhand zur APEC (Asia-Pacific Economic Cooperation) Schlussrunde nach Singapur. Denn das Treffen der pazifischen Anrainerstaaten diente auch einer letzten Absprache vor der Konferenz in Kopenhagen in drei Wochen. Nach Rasmussens Kompromissvorschlag ist jetzt ein Klimaschutzabkommen in zwei Schritten geplant. Weil es unrealistisch ist, dass ein umfassendes, weltweit rechtsverbindliches Abkommen, in der verbleibenden kurzen Zeit zustande kommt, soll im Dezember nur eine politische Vereinbarung mit Zielen zum Klimachutz verabschiedet werden. Ein neuer bindender Klimaschutzvertrag, als Nachfolger des Kyotoprotokolls, soll dann zu einem "späteren Zeitpunkt" folgen.
In den letzten Wochen kristallisierte sich heraus, dass es dabei vor allem ums Geld geht. Die EU hatte zwar, beim Treffen in Barcelona vor einer Woche, die Folgekosten des Klimawandels in den sogenannten Entwicklungsländern auf 100 Mrd. Euro beziffert, will aber nur 50 Mio. Euro für Klimaschutzmassnahmen in den betroffenen Ländern bezahlen. Die afrikanischen Staaten unterbrachen daraufhin die Konferenz, wohl in der Erwartung, dass da noch mehr zu holen sein müsse. Ähnlich drückte es jetzt beim APEC-Treffen auch der Vertreter Chiles aus, er sagte, es müsste vor allem noch die Finanzierung geklärt werden, damit mehr Länder bereit seien, ihre Emissionenen zu reduzieren. Klimaschutztransferzahlungen könnten so zum Nachfolger der bisherigen Zahlungen im Rahmen der "Entwicklungshilfe" werden.
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