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Energie & Klima News

Vattenfall zieht die Notbremse

Konzern-Chef wirft nach Kritik das Handtuch

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Wie es aussieht, müssen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon nach einem neuen Klimaberater umschauen. Der Braunkohlefan und Vattenfallchef Lars Göran Josefsson wird wohl demnächst seinen Job beim schwedischen Staatskonzern verlieren, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Der Konzern suche einen neuen Vorsitzenden, aber einen Zusammenhang mit dem Druck auf Josefsson gebe es nicht, hieß es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Besonders glaubhaft ist das nicht. Josefsson war in den letzten Wochen in Stockholm in Ungnade gefallen, weil er das schwedische Stromnetz verkaufen und mit dem Geld neue AKWs bauen wollte. Nach heftigem Einspruch der konservativ-liberalen Regierung hat das Unternehmen seine Pläne inzwischen aufgegeben. Hinzu kommen Vattenfalls Deutsche Abenteuer, wie die schwedische Tageszeitung Svenska Dagbladet titelt. Josefsson wird offensichtlich daheim auch der enorme Imageverlust angekreidet, den das Unternehmen hierzulande durch seine Braunkohleaktivitäten und die Pannenserien in den AKWs Brunsbüttel und Krümmel erlitten hat.

Bei der Anti-AKW-Kampagne .ausgestrahlt will man erfahren haben, dass Josefsson auch über die Unterschrift unter eine Erklärung gestolpert sei, mit der der Konzern für die Folgen von Störfällen in den deutschen Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel haftbar wird. Das ist der Stockholmer Regierung offensichtlich zu heikel. Dem Unternehmen drohe in Falle eines größeren Unfalls die Pleite. Tatsächlich ist schon zu Beginn der 1990er für das Bundeswirtschaftsministerium errechnet worden, dass ein GAU, ein größt-anzunehmender Unfall, in einem Atomkraftwerk in Deutschland Schäden in Höhe von 2.500 bis 5.500 Milliarden Euro verursachen würde.

Wenn aber die Haftung für Vattenfall so problematisch sei, stellt sich für .ausgestrahlt-Sprecher Jochen Stay die Frage, wie es eigentlich die anderen Betreiber halten. Sind etwa gegebenenfalls nur die jeweiligen Tochterfirmen von E.on, EnBW oder RWE haftbar? Stay: "Wir verlangen vom neuen Bundesumweltminister Norbert Röttgen Auskunft über die Frage, ob die großen Stromkonzerne mit ihrem Betriebsvermögen oder nur deren Tochtergesellschaften konkret die Haftung bei einem Super-GAU in einem der 17 deutschen Atomkraftwerke übernehmen."

http://www.heise.de/tp/blogs/2/146565
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