Erster Hochseewindpark errichtet
Vor der ostfriesischen Küste wurde am Montag das letzte von zwölf 5-MW-Windkraftanlagen des Projekts Alpha Ventus aufgestellt
Der erste deutsche Offshore-Windpark ist endlich komplett, wie der Brancheninformationsdienst IWR berichtet. Am Montagmorgen wurde im Projekt Alpha Ventus 45 Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum die zwölfte Windkraftanlage errichtet. Die Anlagen gehören alle der neuen 5-MW-Klasse, je sechs aus der Produktion von Areva Multibrid und von Repower.
Errichtet wurden sie je zur Hälfte auf dreibeinigen Tripods und auf so genannten Jacket-Fundamenten. Bei letzterem handelt es sich um eine Fachwerkstruktur, die einem Hochspannungsmast ähnelt. Nach Angaben der Deutschen Energie Agentur dena haben diese Fundamente den Vorteil, dass sie auch in größeren Wassertiefen einsetzbar und in der Ölindustrie gut erprobt sind. Im Vergleich zu den Monopiles sei das benötigte Rammgerät weniger schwer.
Alpha Ventus ist ein Gemeinschaftsunternehmen des regionalen Energieversorgers EWE mit E.on und Vattenfall. Zusammen wurden 250 Millionen Euro investiert. Sechs der Anlagen würden bereits Strom ins Netz einspeisen, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens, die anderen sollen in den kommenden Wochen folgen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Verzögerungen im Vorjahr waren die Anlagen mit einer Bauzeit von sieben Monaten errichtet worden.
Die Betreiber sind stolz auf die erbrachte logistische Leistung, die zeitweise bis zu 25 Schiffe, darunter den weltgrößten Schwimmkran, einbezogen haben. Die Verwendung von Anlagen zweier Hersteller und zwei verschiedenen Fundamenttypen dient auch dem Sammeln von Erfahrungen für künftige Windparks, die in den kommenden Jahren fernab der Küste in Deutschlands Wirtschaftszone in der Nordsee entstehen sollen.
Der Windpark kann von der Forschungsplattform Fino 1 mit einer webcam beobachtet werden.
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