Land unter für Tuvalu
Der Inselstaat ist in den UN-Klimaverhandlungen mit einem Antrag gescheitert, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.
Ebenso wie die afrikanischen Staaten lehnt der akut vom Untergang bedrohte Staat im Pazifik das globale Zwei-Grad-Ziel als unzureichend ab. Die Industriestaaten wollen dagegen nur auf Basis der zwei Grad Celsius verhandeln. Die dänische Sitzungspräsidentin Connie Hedegaard lehnte den Vorschlag von Tuvalu jedoch ab, nachdem es Widerspruch von ölproduzierenden Ländern gab. Für eine Änderung wären die Stimmen aller Länder nötig gewesen.
Die Delegierten von Tuvalu und viele Umweltschützer sind entsetzt. So kam es am Mittwochabend zur bisher lautesten Demonstration direkt vor den Türen des großen Plenarsaals, der die Sitzung für kurze Zeit unterbrach. Knapp 300 Demonstranten riefen "Tuvalu" und "Survival". Trotz der Ablehnung des Vorschlags veränderte die Aktion die Dynamik im Konferenzzentrum. Die Botschaft ist klar: Es gibt deutliche Unterstützung für Reduktionsziele, die wesentlich weiter gehen, als die sich gerne als Klimaschützer darstellenden EU-Länder es für machbar halten.
Als Reaktion auf die spontane Demo hat das UN-Klimasekretariat den Zugang zur Haupt-Verhandlungsstätte auf der Klimakonferenz in Kopenhagen eingeschränkt. "Wir haben eine Schleuse eingerichtet", erklärte ein hochrangiger UN-Sicherheitsoffizier. "Wir wollen den Zugang zum Plenum so kontrollieren, dass wir neuerliche Demonstrationen an diesem Punkt stoppen können", so der Offizier.
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