Noch ein Kohlekraftwerk gekippt
EnBW stellt Planung im niedersächsischen Dörpen ein.
Während in Nordrhein-Westfalen eine konzernhörige Koalition der Kohlefreunde gerade versucht, die Uhr zurückzudrehen, hat etwas weiter nördlich ein Kraftwerksbauer kalte Füße bekommen. Wie die in Berlin erscheinende tageszeitung berichtet hat sich EnBW aus dem im niedersächsischen Dörpen geplanten Bau eines Steinkohlekraftwerks verabschiedet.
Nach dem Rückzug von EnBW ist das Aus für den Standort Dörpen so gut wie sicher, denn der Juniorpartner BKW aus der Schweiz wird das 900-Megwatt-Projekt kaum alleine weiterverfolgen wollen. Ein weiterer geplatzter Kohletraum. Laut taz hatte es bei den Industriebetrieben in der Region Proteste gegen den Neubau gegeben. Das Planungskonsortium spricht davon, dass man keinen Abnehmer für die Abwärme gefunden habe. Die Papierfabrik Nordland, die man sich als Kunden gewünscht hatte, wolle sich lieber selbst mit einem neuen Gaskraftwerk versorgen. Letzteres wäre im Sinne der künftigen Versorgung mit Strom aus Windenergieanlagen sicherlich sinnvoller, denn diese Kraftwerke sind viel flexibler einsetzbar.
Auch eine sehr rege örtliche Bürgerinitiative hatte Mobil gemacht. Auf deren Internetseite heißt es: "Wir haben allen Grund zum Jubeln. Das ist eine wunderschöne Nachricht für uns, unsere Kinder, unsere Umwelt und das Klima. Uns bleiben jährlich viele Tonnen Schadstoffe und ca. 7 Mio. Tonnen CO2 erspart. Es wird immer deutlicher, die Menschen wollen keine Kohlekraftwerke mehr, der Widerstand wächst!" Man wolle aber sich nicht auflösen und wachsam bleiben, denn die örtlichen Behörden hätten weiter ein offenes Ohr für potenzielle Kraftwerksbauer.
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