2000 Megawatt in vier Monaten
Chinas Windenergieboom ist ungebrochen und führt inzwischen zu Lieferengpässen
Erst im August hatten chinesische Unternehmen am Rande der Wüste Gobi nahe der Stadt Jiuquan mit dem Bau eines gigantischen Windparks begonnen, und zu Weihnachten waren bereits Windräder mit einer Leistung von insgesamt 2.000 Megawatt (MW) errichtet. Damit ließen sich rund 1,8 Millionen deutscher Standardhaushalte versorgen. Die Nachrichtenagentur Xinhua schreibt, das der neue Windpark zu einer Reihe von sechs Mega-Vorhaben gehört. Bis 2015 sollen allein Jiuquan 12710 MW installiert sein. Die größte dieser "Windenergiebasen" soll im Westen der Inneren Mongolei entstehen und 30.000 MW umfassen, etwa soviel wie heute in den USA installiert sind und mehr, als in ganz Deutschland stehen.
Ende 2008 hatte China Windkraftanlagen mit einer Leistung von etwa 12.000 MW installiert. Über den Ausbau 2009 gibt es verschiedene Angaben die niedrigsten liegen bei 8.000 MW, andere sprachen bereits im Sommer davon, dass allein im ersten Quartal bereits mehr als 10.000 MW neu errichtet worden seien. Damit hätte das Land der Mitte inzwischen Windräder mit einer Leistung von über 20.000 MW. Laut offizieller Planung sollen bis 2020 100.000 MW an Windleistung installiert sein, doch dieses Ziel erscheint beim gegenwärtigen Tempo als viel zu bescheiden. Mittlerweile gibt es bereits Berichte wonach das rasche Ausbautempo zur Engpässen bei einigen wichtigen Anlagenkomponenten führt.
Unterdessen hat der ständige Ausschuss des Volkskongresses nach Weihnachten das Erneuerbare-Energiegesetz geändert, das China seit 2006 hat. Energieversorgunsunternehmen sind künftig dazu verpflichtet, Strom aus Windparks, Solaranlagen und ähnlichem abzunehmen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. An der Netzanbindung hapert es allerdings zum Teil noch erheblich. Laut Xinhua sprechen chinesische Fachleute davon, dass rund ein Drittel der Windkapazitäten nicht ausreichend angebunden sind. Eines der Probleme ist, dass viele Windfarmen in dünnbesiedelten Inlandsregionen fernab der Verbrauchszentren an der Küste liegen. Im aktuellen Konjunkturprogramm ist ein größerer Posten für den Ausbau der Netze vorgesehen.
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