Elektroautos gehen in Serie
Leasingmodelle sollen die Eintrittsschwelle senken
Renault-Nissan Chef Carlos Ghosn kündigte an, dass dieses Jahr vom Nissan Leaf 50.000 Exemplare für den japanischen und amerikanischen Markt produziert werden. Die Wirtschaftswoche kommentierte zur Standortwahl der Markteinführung: "Wo Staatsgeld lockt, beginnt das Zeitalter der massenmarktfähigen Elektroautos früher". Leaf ist ein Fünfsitzer mit einer Nennreichweite von 160 Kilometern je Batterieladung und 140 km/h Höchstgeschwindigkeit. Noch immer ist die Akkutechnik das Handycap der Elektromobilität. Das ist für Kleinwagen, die eher auf den Stadtverkehr abzielen, aber nicht mehr die Reichweite sondern der nach wie vor horrende Preis der Akkus. Auch der von NEC für den Leaf hergestellte Akku würde regulär 15.000 Euro kosten. daher kommt der Wagen im "Kauf plus Leasing"-Paket auf den Markt. Nur das Auto wird verkauft, der Akku verleast. Die Elektroautobesitzer sollen so auch innerhalb der Leasingzeit jeweils auf neuere Akkutypen umsteigen können. Die aktuellen Lithium-Ionen-Akkus kosten in der Herstellung je kWh Speicherkapazität immer noch 600 bis 800 Euro. Selbst für bescheidene Kapazitäten von 15 - 20 kWh (soviel verbraucht ein Elektrokompaktwagen auf 100 km ca.) kommen so mindestens Kosten zwischen 9000 - 16000 Euro zusammen - zusätzlich zum eigentlichen Wagen.
GM, gerade dem Konkurs entkommen, sieht darin wohl die Chance für sein "extended-range"-Konzept. Hierbei ist im Elektroauto noch ein kleiner Benzinmotor eingebaut, der den Akku (der nur auf 60 km Reichweite ausgelegt ist) auflädt, der Antrieb erfolgt elektrisch. Der damit ausgestattete Volt soll zum Jahresende auf den Markt kommen und die Konzerntochter Opel mit dem Schwestermodell Ampera dann ab 2011 folgen. Von den übrigen Herstellern peilt erst Mitsubishi ebenfalls den Elektroauto-Massenmarkt an. Sein Modell i-Miev wurde bisher erst 2000x produziert, der abschreckende Kaufpreis von 37.000 Euro soll jetzt durch den Einstieg in die Großserienproduktion deutlich sinken. Besonders interessant für die Hersteller dürften deshalb die Erfahrungen des Better-Place Pilotprojekts in Israel sein. Bis Ende 2010 werden dort 100.000 Ladestationen und 120 Batteriewechselstationen installiert sein und dann sowohl neue Leasingmodelle als auch das Konzept des "auswechseln statt aufladen" für Akkus im ersten landesweiten Feldversuch erprobt werden.
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