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Energie & Klima News

Wind treibt ICEs an

Bahn setzt auf etwas mehr Ökostrom

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Mit der Fixierung auf den Börsengang hat die Bahn jahrelang die Chance vertan als vorbildliches Ökounternehmen zu agieren. Das soll sich jetzt ändern. Ende letzten Jahres wurde als Imageinstrument erst einmal das Ökostrom-Ticket für Geschäftskunden eingeführt, mit dem Firmen den "Kohlendioxid-Fußabdruck" ihrer bahnreisenden Mitarbeiter, gegen Aufpreis, politisch korrekt verschlanken sollten. Jetzt kündigt die Bahn an, Windstrom zuzukaufen und einige ihrer ICE-Züge damit anzutreiben. Damit der Einsatz des grünen Stroms anschaulicher wird und nicht als bloßer Prozentanteil sauberen Stroms im ansonsten nicht ganz so ökomäßigen Strommix des Unternehmens untergeht, sollen (rechnerisch) sechs ICE-Züge ein Jahr lang mit Ökostrom aus Windenergie angetrieben werden. Der Strom für das Pilotprojekt stammt aus dem Windpark Märkisch Linden bei Berlin. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 19 Jahren und insgesamt 59 GWh Strom. Der Jahresverbrauch eines ICE 3 lag 2009 bei 10 GWh und 0,5 Mio. gefahrenen Kilometern. Außerdem schult die Bahn seit 2002 ihre Lokführer in energiesparender Fahrweise. Das und die in neuen Triebwagen eingesetzte Kinetic Energy Recovery (Rückspeisung der Bewegungsenergie des Zuges beim Bremsen ins Bahnnetz) hätten allein 2008 820 GWh Strom gespart.

Der Strommix der Bahn stammt zur Zeit neben 16% Wasserkraft vor allem aus 25,9% Kernenergie, 34,5% Steinkohle und 13,1% Braunkohle und ist damit nicht gerade sauber. Trotzdem könnte der Windstromdeal für die Bahn ein erster Einstieg in zukunftweisende Geschäftsmodelle sein. Zum einen in den Direkteinkauf von Ökostrom bei Erzeugern, die nicht über das EEG einspeisen oder nach Ablauf der EEG-Vergütung ihren Strom auf dem Strommarkt verkaufen müssen; und vor allem langfristig für den möglichst vollständigen Umstieg der Bahn auf regenerativ erzeugten Strom. Greenpeace kritisiert den zögerlichen Einstieg der Bahn in die Nutzung regenerativ erzeugten Stroms. Das Unternehmen verschleiere mit seinen Ankündigungen zum Einkauf von Windstrom, wie viel Energie der Konzern noch immer aus herkömmlichen Energieträgern beziehe. Zwar sei der Anteil an erneuerbaren Energien am Bahnstrom-Mix zwischen 2006 und 2008 leicht gestiegen aber im gleichen Zeitraum eben auch der Anteil an fossilen Brennstoffen und der liege so noch immer bei fast 60%.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/146891
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