Methanemissionen von der Arktis sind in 5 Jahren um 30 Prozent gestiegen
Grund für den Anstieg, so eine Studie, die Satellitendaten ausgewertet hat, ist die Erwärmung der Erdoberfläche in der Arktis.
In der Arktis ist es trotz eisiger Temperaturen bei uns weiterhin wärmer als in früheren Jahrzehnten. Die von Eis bedeckte Fläche war im Dezember um 920.000 Quadratkilometer kleiner als die durchschnittliche Fläche zwischen 1979 und 2000, berichtete das US National Snow and Ice Data Center am 5. Januar.
Das zunehmende Auftauen der Permafrostböden in der arktischen Region könnte einer der Gründe sein, warum die Methan-Konzentration ab 2007 wieder ansteigt, da sie nach einem kontinuierlichen Anstieg in den 1980er und 1990er Jahren für 10 Jahre stabil geblieben war. Methan ist das zweitwichtigste Treibhausgas, dessen Konzentration in der Atmosphäre zwar gering ist, das aber einen hohen Anteil am Treibhauseffekt hat, weil sein Treibhauspotenzial 25 mal höher wie das von CO2 ist.
Der größte Teil der Methanemissionen geht von Feuchtgebieten aus, und hier bislang zu 70 Prozent von solchen, die im Süden und in tropischen Gebieten liegen. 6-10 Prozent stammt vom Reisanbau. Man vermutet, dass im letzten Jahrzehnt ein Rückgang der Methanemissionen von Feuchtgebieten die Zunahme der anthropogen bedingten Emissionen kompensiert hat.
Britische Klimaforscher von der Edinburgh University und Wissenschaftler vom holländischen Institut für Weltraumforschung (SRON) haben nun Daten des Instruments Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography (SCIAMACHY) auf dem Satelliten Envisat für Methanwerte aus den Jahren 2003-2005, Daten des GRACE-Satelliten (Gravity Recovery and Climate Experiment), mit denen sich die Grundwasserhöhe messen lässt, sowie Wetteranalysen des National Centre for Environmental Prediction/National Centre for Atmospheric Research (NCEP/NCAR) ausgewertet, mit denen die Temperatur der Erdoberfläche erfasst werden kann. In den tropischen Gebieten gehen die Schwankungen der Methanemissionen vor allem auf Veränderungen im Grundwasserspiegel zurück, während in den nördlichen Gebieten die Erdoberflächentemperatur entscheidend ist.
Die Auswertung der Daten legt nahe, so schreiben die Wissenschaftler in ihrem Beitrag für Science, dass die tropischen Feuchtgebiete im Kongo- und Amazonas-Becken für 52-58 Prozent der Methanemissionen verantwortlich sind und die Reispflanzungen in China, Süd- und Südostasien für 29 Prozent. Nur 2 Prozent stammen von den arktischen Gebieten. Die Wissenschaftler stellten einen Anstieg der Methanemissionen um 7 Prozent zwischen 2003 und 2007 fest, der sich der Erwärmung der Feuchtgebiete in den mittleren und arktischen Breiten verdankt, während die Emissionen der tropischen Gebiete – mit Ausnahme von 2007 - konstant geblieben sind. In den arktischen Gebieten sind die Methanemissionen um etwa 30 Prozent angestiegen.
Die Wissenschaftler weisen in dem Science-Artikel nur darauf hin, dass steigende Methanemissionen nicht nur eine Folge der Klimaerwärmung sind, sondern auch eine der Ursachen. Höhere Temperaturen auf der Erdoberfläche in den nördlichen Regionen verstärken die Methanemissionen und beschleunigen wiederum die Klimaerwärmung. Höhere Temperaturen, so erklärt Paul Palmer, einer der Autoren, führen zur schnelleren Erwärmung: "Feuchtgebiete im hohen Norden stellen gegenwärtig nur eine kleine Methanquelle dar. Aber wenn diese Emissionen in nur 5 Jahren um ein Drittel anwachsen, ist das sehr signifikant. Das zeigt, dass selbst eine relativ kleine Erwärmung eine große Zunahme an Methenemissionen verursachen kann."
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