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Räumung der Asse wird heftig diskutiert

Dem Vorschlag des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), den Atommüll aus dem maroden Versuchsendlager Asse herauszuholen, stehen Experten skeptisch gegenüber.

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Auf die ersten positiven Reaktionen von Umweltschützern über die geplante Räumung des absaufenden Bergwerks Asse folgt nun die Ernüchterung. Diplom-Ingenieur Michael Sailer, der Vorsitzende der Räumkommission des Bundes und Mitglied der Geschäftsführung des Öko-Institutes, ist skeptisch, ob die Pläne zur Räumung realisierbar sind. Denn für die Bergung eines einzelnen Fasses mit radioaktivem Abfall sind im Schnitt nur 4,8 Minuten vorgesehen. Eine äußerst knappe Kalkulation, bedenkt man, dass der Zustand der einzelnen Kammern und des eingelagerten Atommülls nicht bekannt ist.

Nach bisherigen Überlegungen soll die Räumung der Asse mit ferngesteuerten Maschinen erfolgen. Stelle sich aber heraus, dass dies aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich sei, beispielsweise, weil Salzlauge in den Kammern stehe oder Menschen eingesetzt werden müssten, dann müsse man diese Option "vergessen", so Sailer. Er begrüßte daher den Vorschlag des Bundesamts für Strahlenschutz, zunächst einige Kammern zu öffnen und die Fässer zu untersuchen.

Auch Wolfram König, Präsident des BfS, zweifelt an der Machbarkeit der Rückholung. "Es kann dramatische Veränderungen im Berg geben", so König gegenüber der Frankfurter Rundschau. Das Bundesamt versuche aber derzeit, die Stabilität zu verbessern, indem Kammern mit Spezialbeton verfüllt und der Wasserzufluss analysiert werde. Er könne jedoch nicht ausschließen, dass das Bergwerk instabil werde, noch bevor die zur Bergung der 126.000 Fässer veranschlagten 10 Jahre vergangen sind.

Michael Sailer fordert deswegen, parallel auch an einem Konzept zur Verfüllung der Asse zu arbeiten, welches mit möglichst wenig Salzlauge auskommt. Zeit für weitere Forschung bleibe aber nicht mehr. Direkt nach der Auswertung der Öffnung einiger Kammern müsse mit den Arbeiten begonnen werden. Dies könne ab Mitte des Jahres geschehen, so Sailer.

Dem Asse-II-Koordinationskreis geht auch dies nicht schnell genug. Eine weitere Erkundung könne immer nur einen Ausschnitt der Realität darstellen. Deshalb solle sofort mit der Bergung der ersten Fässer begonnen werden.

Sollte sich herausstellen, dass eine Räumung des Endlagers nicht mehr möglich ist, birgt dies erhebliche Langzeitrisiken. Denn dann müsste eine Vollverfüllung vorgenommen werden. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz räumt ein, dass für diese Variante kein Nachweis über die Langzeitsicherheit erbracht werden kann. Gut möglich, dass der Austritt von Radioaktivität damit nur verzögert, nicht aber verhindert werden würde.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/146917
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