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Energie & Klima News

Osama bin Laden instrumentalisiert die Klimaerwärmung

Wieder hat al-Dschasira ein Band angeblich von Bin Laden erhalten, der nun auf Klimapolitik und Globalisierungskritik setzt.

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Was ist nur los mit Osama Bin Laden? In kurzer Zeit taucht nun schon die zweite Audiobotschaft des Terrorislamisten auf, der die korrupten Regierungen in den muslimischen Ländern stürzen, den Einfluss des Westens beenden und einen weltweiten Gottesstaat einführen will. Wieder hat al-Dschasira das Band erhalten und es veröffentlicht.

Erst hatte Bin Laden, wenn denn wirklich seine Stimme zu hören ist, den jungen Nigerianer, dessen Anschlag auf ein Flugzeug in Detroit gescheitert ist, als einen Helden gepriesen und die USA vor weiteren Anschlägen gewarnt, wenn sie weiterhin Israel unterstützen. Auf dem neuen Band werden die USA und andere westlichen Staaten verurteilt, da sie Bin Laden für die Kimaerwärmung verantwortlich macht. Da kommt der al-Qaida-Chef vermutlich ein wenig spät, um mit der Klimaerwärmung noch Menschen mobilisieren zu können.

George Bush wird von Bin Laden kritisiert, weil er das Kyoto-Protokoll abgelehnt hat, aber auch die multinationalen Konzerne. Angeblich will er auf die für die Klimaerwärmung Verantwortlichen aufmerksam machen und vorgeben, was zu machen ist: "Über die Klimaerwärmung zu sprechen, ist kein intellektueller Luxus. Das Phänomen ist eine Tatsache", verkündet Bin Laden, als sei er erst jetzt überrascht auf das Thema gestoßen. Alle Industriestaaten seien zwar schuldig, die meisten wären aber wenigstens dem Kyoto-Abkommen beigetreten, um die CO2-Emissionen zu reduzieren.

Mit Verweis auf Noam Chomsky, dem er damit sicherlich keinen Gefallen macht, setzt er dagegen die US-Politik mit der der Mafia gleich. Bush habe unter dem Druck der Konzerne das Abkommen nicht unterzeichnet. Und die Konzerne, so Bin Laden schon fast mit linker Globalisierungskritik, würden nicht nur hinter der Spekulation und steigenden Lebenshaltungskosten stehen, sondern auch hinter den "tragischen Folgen der Globalisierung". Und wenn die Konzerne Fehler begehen, "dann kommen die Regierungschefs, um sie mit Steuergeldern zu retten". Bin Laden versucht also die gegenwärtig herrschende Stimmung abzugreifen und die islamistische Perspektive in den Hintergrund zu stellen.

Da die wahrhaften Terroristen die Amerikaner seien, ruft er die Welt dazu, nicht mehr dem Dollar zu handeln und die Währung schnell wie möglich abzustoßen: "Ich bin sicher, dass solche Aktionen schwerwiegende Folgen und einen riesigen Einfluss besitzen." Globalisierungskritiker und Vertreter der Haltung, dass die CO2-Emissionen zur Bekämpfung der Klimaerwärmung reduziert werden müssen, werden sich über die unverhoffte Solidarität wohl kaum freuen. Aber vielleicht stellt sich Bin Laden, wer immer er auch in Wirklichkeit sein mag, gar nicht hinter die von ihm angesprochenen Anliegen, sondern will sie mit seiner Solidarität nur diskreditieren? Oder ist ihm etwa aufgegangen, dass ökonomische Strategien besser und langfristiger wirken als Terroranschläge? Und natürlich könnte auch sein, dass die von Bin Laden geführte al-Qaida so bedeutungslos und unattraktiv geworden ist, dass sie keine Anschläge mehr ausführen kann.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/146990
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