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Energie & Klima News

Neue Vorwürfe gegen Klimaforscher

Die britische Zeitung Guardian berichtet von neuen Beweisen für unredlichen Umgang mit Daten

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Climategate, der Skandal um den manipulativen Umgang von Klimaforschern mit Daten zur Klimaerwärmung (siehe Von Climategate, Klimalüge und dem Wissenschaftsbetrieb) geht weiter. Im Mittelpunkt neuer Vorwürfe steht Phil Jones, bis Dezember Direktor der Climate Research Unit CRU der University of East Anglia, die entscheidend am UN-Klimarat und dessen Publikationen zur Klimaerwärmung beteiligt ist. Nachdem vor einer Woche das britische Information Commissioner's Office kritisiert hatte, dass Gesuche nach dem Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information Act - FOI) entgegen der Regeln von der University of East Anglia nicht beantwortet wurden, legt der Guardian heute nach.

Die Zeitung berichtet von neuen Anschuldigungen gegen Phil Jones, wonach er Unstimmigkeiten der Daten, die manchen seiner Arbeiten zugrunde liegen, verborgen habe. Nach Durchsicht "tausender Mails und Dokumente", die im Zusammenhang mit Climategate ans Licht gekommen sind, habe der Guardian Beweise dafür gefunden, dass eine ganze Reihe von Messungen, die Jones und sein Mitarbeiter Wei-Chyung Wang als Grundlage für ein wissenschaftliche Arbeit herangezogen habe, voller "gravierender Fehler" stecken würden. Hinzu komme, dass die Rohdaten, laut Aussage der Forscher, nicht mehr auffindbar seien.

Es geht um eine Studie, die 1990 in Nature erschienen ist und die seit einigen Jahren in der Kritik steht. Die Arbeit kam zu dem Ergebnis, dass die erhöhten Temperaturen, die in Chian aufgezeichnet wurden, vor allem auf die Erderwärmung zurückzuführen sei und weniger auf den Wärmeeffekt von wachsenden Städten. Diese wesentliche Aussage der Arbeit wurde in den Klimareport der IPCC von 2007 aufgenommen.

Zentral dafür waren Messungen an Wetterstationen in China. Kritiker der Studie argwöhnten die Stimmigkeit der Rohdaten aus den Messstationen in China und verlangten genauere Auskünfte über Ort der Stationen und die Messergebnisse von 84 Stationen im Osten Chinas, die zur Hälfte in ländlichen und städtischen Gebiete aufgestellt waren. Sie werfen den beiden Wisssenschaftlern vor, dass sie Messstationen verrückt hätten. Jones und Wang verbarrikadierten sich gegen diese Forderungen und tun es laut Guardian noch immer.

Da von Phil Jones Äußerungen bekannt wurden, wonach er die vom Institut gesammelten Klimadaten lieber vernichten würde, als sie über ein Gesuch nach dem Informationsfreiheitsgesetz an Klimaskeptiker herausgeben und seinen Kollegen, den US-Klimaforscher Michael Mann, aufforderte, E-Mails zu löschen, sind die Vorwürfe von einiger Brisanz - es geht um die Redlichkeit des wissenschaftlichen Arbeitens von prominenten Klimaforschern. Das Vertrauen in die Experten ist seit Climagate erheblich gestört.

Das dürfte sich mit der Informationspolitik der beiden Forscher nicht verbessern, für Klimaskeptiker bedeutet das einigen Aufwind und Ablenkung von der Kritik, die an ihnen geübt wird, da man ihnen ihrerseits interessensgeleiteten Umgang bei der Klimaforschung vorwirft. Laut Guardian sollen nur 10 von 105 FOI-Anfragen von der CRU beantwortet worden sein. Dokumente, die Jones und Wang nach deren Angaben entlasten, existieren laut Guardian nicht, bzw. sind unauffindbar, wie sich herausstellt. Wie die Zeitung weiter berichtet, gab es auch gegen die Entlastung Wei-Chyung Wangs Einsprüche von einem "hochrangigen Kollegen" an dessen Universität.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/147007
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