Wachstum des Wachstums
Entgegen aller ökonomischen Trends hat sich weltweit der Ausbau der Windenergie weiter beschleunigt
Während die Weltwirtschaft 2009 mächtig stotterte erlebte die Windbranche das beste Jahr ihrer Geschichte. Der Ausbau der Windenergie-Nutzung kam weiter voran und hat sich abermals beschleunigt. Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 37.466 Megawatt (MW) wurden errichtet. Diese Zahlen wurden am Mittwoch in Brüssel auf einer gemeinsamen Pressekonferenz des Global Wind Energy Council und der European Wind Energy Association bekannt gegeben.
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Ausbau der Windenergie-Nutzung 2009: Zehn Länder dominieren den Weltmarkt Bild: GWEC |
Weltweit waren Ende 2009 damit 157.899 MW an Leistung installiert. Bei geschätzten durchschnittlichen 2000 Volllaststunden im Jahr (moderne Anlagen an der deutschen Nordseeküste bringen es auch auf 4000 Stunden, in einigen Länder, insbesondere in Indien aber auch in manchen Ecken Chinas gibt es hingegen noch erhebliche Probleme mit der Netzanbindung) lassen sich damit per annum etwa 315 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen. Das sind nur einige wenige Prozent des weltweiten Bedarfs, woran zu sehen ist, dass die Entwicklung noch am Anfang steht.
Wenn es allerdings so weitergeht wie bisher, dann können Windräder schon bald einen nennenswerten Beitrag. Der Markt für Windenergieanlagen blieb nämlich 2009 entgegen gegenteiliger Befürchtungen nicht nur unbeeindruckt von der Krise, sondern konnte sogar weiter wachsen. Das ist an den jährlichen Zubauraten abzulesen: 2006 waren es weltweit 15.244 MW, 2007 19.865 MW, 2008 26.282 MW und 2009 wie oben erwähnt 37.466 MW. Knapp 90 Prozent des Neubaus erfolgte im letzten Jahr in nur zehn Ländern, das heißt auch durch die geografische Ausweitung steckt in dem Markt noch ein enormes Potenzial.
Weit über die Hälfte des Neubaus gehen auf das Konto der USA (knapp 10.000 MW) und Chinas (13.000 MW). China hat damit zum wiederholten Mal seinen jährlichen Zubau verdoppelt. Wenn es das bisherige Tempo beibehält, kann das 100.000-MW-Ziel, das sich Beijing (Peking) für 2020 gesteckt hat, bereits 2015 erfüllt sein. Hersteller von Windkraftanlagen gibt es in der Volksrepublik jedenfalls inzwischen jede Menge, und einige von ihnen steigen bereits ins Exportgeschäft ein.
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Bestand Ende 2009. Noch 2006 spielte China in der Kreisliga doch inzwischen hat es schon mit der Nummer zwei fast gleich gezogen Bild: GWEC |
Gemessen am Anteil des Wind-Stroms am Gesamtbedarf ist immer noch Dänemark weltweit die Nummer eins. Auf Platz zwei ist inzwischen Portugal vorgerückt, dass den bisherigen Inhaber und Nachbarn Spanien auf den dritten Rang verwies. Im Land der Nelken-Revolution wurde 2009 15 Prozent des Bedarfs an elektrischer Energie mit Windkraftanlagen gedeckt. Hinzukommen Wasserkraft und Solaranlagen, sodass 35,9 von 100 Kilowattstunden im vergangenen Jahr ohne Emissionen bereit gestellt werden konnten.
Streng genommen ist das ein wenig übertrieben, denn den erneuerbaren Energieträgern müssen natürlich die Emissionen zugerechnet werden, die bei der Herstellung und Instandhaltung der Anlagen anfallen. Die sind allerdings je nach Technik um den Faktor zehn bis 50 geringer als die der aktuell hierzulande betriebenen Stein- und Braunkohlekraftwerke. Mit zunehmendem Anteil der Erneuerbaren am Gesamtenergiebedarf werden diese Sekundär-Emissionen außerdem weiter sinken. Das Freiburger Ökoinstitut hat sich mit den entsprechenden Berechnungen ausgiebig beschäftigt.
Die EWEA wies in ihrer Erklärung darauf hin, dass 2009 in den EU-Staaten einerseits mehr Kohle- und Atomkraftkapazitäten abgeschaltet wurden als neue ans Netz gingen. Andererseits war die Windenergie bei den neuerrichteten Kapazitäten mit 39 Prozent führend. An zweiter Stelle folgten mit 26 Prozent Gaskraftwerke, die aufgrund ihrer hohen Flexibilität wesentlich besser als die schwerfälligen Kohle- und Atomkraftwerke die Windkraftanlagen ergänzen können. An dritter Stelle folgte mit immerhin 16 Prozent die Fotovoltaik.
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