Atomstrom ist ebenso wenig begehrt wie Atom- oder Kohlekraftwerke in der Nachbarschaft.
Mehr als 90 Prozent der Bundesbürger sind auch weiterhin für den Ausbau der Erneuerbaren Energien – in allen Bundesländern. 78 Prozent sagen, dies sei sehr wichtig oder sogar außerordentlich wichtig. Für die Bremer, Berliner und Hamburger ist der Ausbau besonders wichtig, in den ostdeutschen Bundesländern Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sagen dies „nur“ knapp über 70 Prozent.
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Nach der jährlichen Forsa-Umfrage, die im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien durchgeführt wird, würden zudem 78 Prozent am liebsten ihren Strom aus Erneuerbaren Energien beziehen, 2008 waren es noch 75 Prozent. Befragt wurden dafür insgesamt 4.800 Personen, die Umfrage soll auch für die einzelnen Bundesländer – jeweils 300 - repräsentativ sein.
Aber Wünsche oder Überzeugungen, was eigentlich richtig oder besser ist, sind natürlich die eine Sache, die Wirklichkeit sieht doch noch anders aus, wie dies auch Forsa hervorhebt: „Während gut drei Viertel der Befragten Strom aus erneuerbaren Energien bevorzugen würden, beziehen erst ca. fünf Prozent aller bundesdeutschen Haushalten ihren Strom tatsächlich von einem Ökostromanbieter.
Tendenziell höhere Preise von Ökostrom und teilweise bestehende Unklarheiten über Zertifizierung und Qualitätskriterien bei Ökostromprodukten
wirken nach wie vor als Barriere zwischen Absicht bzw. Präferenz und Verhalten.“
Klar ist aber, dass Kohle- und Atomstrom bei den deutschen Bürgern nach der Umfrage nicht sonderlich beliebt sind. Am liebsten würden nur 9 Prozent ihren Strom aus Gas, 6 Prozent aus Atomenergie und gerade einmal 3 aus Kohle beziehen. In Baden-Württemberg gibt es mit 9 Prozent die meisten Atomstrom-Liebhaber. Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke würden die meisten auch nicht in ihrer Nähe haben wollen. Baden-Württemberg liegt mit 7 Prozent der Menschen, die ein Atomkraftwerk gut oder sehr gut in ihrer Nähe fänden, an der Spitze, insgesamt sagen dies 5 Prozent. Die Akzeptanz für Erneuerbare-Energien-Anlagen in der Nachbarschaft liegt hingegen sehr viel höher. Insgesamt würden dies 71 Prozent akzeptieren, bei Windkraftanlagen wären es 65 Prozent, bei Solarparks 74 Prozent. Biomasse-Anlagen fallen mit 40 Prozent schon deutlich ab.
"Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat aus dieser deutlichen gesellschaftlichen Mehrheitsmeinung die richtigen Schlüsse gezogen, wenn er dafür plädiert, die konventionellen Kraftwerke möglichst rasch durch Erneuerbare Energien zu ersetzen", so Jörg Mayer, der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, die von Unternehmen und Verbänden aus der Branche der Erneuerbaren Energien, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt wird..
Insgesamt 77 Prozent sagen, es müsse jetzt stark in den Ausbau der Erneuerbaren Energien investiert werden, während die Nutzung herkömmlicher Energieträger wie Kohle, Gas und Atomkraft verringert werden sollte. Nur 19 Prozent sind der Meinung, dass erst die weitere technische Entwicklung der Erneuerbaren Energiearten abgewartet und in der Zwischenzeit in die herkömmlichen Energieträger als "Brückentechnologien" investiert werden sollte. Besonders stark wird diese Haltung in Sachsen und Sachsen-Anhalt mit jeweils 27 Prozent vertreten. 74 Prozent aller Befragten wollen, dass die Förderung der Erneuerbaren Energien nicht reduziert werden sollen
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