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Januar viel zu warm

Der Wetterdienst hat seine Winterbilanz für Deutschland vorgelegt: Zu wenig Sonne, zu kalt, ungewöhnlich viel Schnee. Weltweit war der Januar jedoch einer der wärmsten je gemessenen

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Für die Meteorologen endet mit dem Februar der Winter, also hat der Deutsche Wetterdienst schon mal seine Bilanz gezogen. Demnach waren in Deutschland erstmals seit dem Winter 95/96 alle drei Wintermonate (Dezember, Januar, Februar) zu kalt. Über alle drei Monate gerechnet lag die Durchschnittstemperatur bei -1,3 Grad Celsius (°C) normal, das heißt der langjährige Durchschnitt ist +1,5°C. Damit lag der ausgehende Winter etwa auf Platz 20. in der Liste der kältesten Winter seit 1901.

Ungewöhnlich war auch, dass vielerorts die Schneedecke so lange liegen blieb. Der Grund dafür: Ungewöhnlich häufige Wetterlagen mit kalten, nördlichen Winden im Dezember und solche mit östlichen Winden im Januar. Dazwischen brachten Tiefdruckgebiete vom Atlantik immer wieder Schnee. Am ausgeprägtesten waren die kalten, winterlichen Verhältnisse im Nordosten, wo es zeitweise zu Notstandssituationen kam, weil Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten wurden und die meisten Straßen nicht mehr befahrbar waren. Neben dem zum Teil erheblichen Schneefällen waren vor allem Verwehungen dafür verantwortlich, die den Schnee teilweise meterhoch auftürmten.

Die offiziell tiefsten Temperaturen wurden am 19. Dezember in Dippoldiswalde-Reinberg, südlich von Dresden, und am 27. Januar in Bad Muskau in der Oberlausitz mit jeweils -24,3°C gemessen. Den höchsten Wert meldete Müllheim, südwestlich von Freiburg, am 6. Dezember mit 16,1°C. Mancherorts war die Schneedecke fast zwei Monate geschlossen, sodass den Menschen kaum auffiel, dass es sich um den trübsten Winter seit Jahrzehnten handelte. Seit mindestens 40 Jahren, so der DWD hat es keinen Winter mit so wenig Sonnenschein gegeben. Von Dezember bis Ende Februar schien die Sonne an den über 2000 Wetterstationen durchschnittlich nur 113 Stunden, was 73 Prozent des Solls von 154 Stunden entspricht. "Seit dem Beginn regelmäßiger Messungen der Sonnenscheindauer im Jahr 1950 verlief lediglich der Winter 1969/1970 ähnlich sonnenscheinarm", heißt es bei den Wetterfröschen in Offenbach.

Global liegt noch kein Mittelwert für den ganz Winter vor, da dieser erst in zwei Tagen zuende ist. (Streng genommen sind daher die Aussagen des DWD auch als vorläufig anzusehen.) Aber für Dezember und Januar sind bereits die globalen Mittelwerte erstellt. Und siehe da, während einige Schlaumeier schon meinten, aus dem kalten Winter in Mitteleuropa und außerordentlichen Schneestürmen im Osten der USA schließen zu können, dass das mit der globalen Erwärmung alles Quatsch sei, fiel im globalen Mittel insbesondere der Januar ziemlich warm aus: Um 0,71°C lag er über dem Mittelwert der Jahre 1951 bis 1980. Nur der Januar 2007 war wärmer und der Januar 2002 genauso warm.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/147157
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