Ökostadt im Ruhrgebiet geplant
... und Masdar City gestoppt
Die bestehenden Gebäude einer ganzen Stadt energetisch fit machen: das Ruhrgebiet plant seine eigene Ökostadt. Statt wie in Masdar City neue Hochhäuser aus dem Boden zu stampfen, soll der Gebäudebestand einer existierenden Stadt auf Niedrigenergiehausstand gebracht werden. Hier liegt sowieso das größte Energieeinsparpotential bei Gebäuden, denn die Neubauquote liegt in Deutschland bei nur 1,5%, und viele ambitionierte Altbaumoderniserungen zeigen, dass im Vorher-Nachher-Vergleich der Energieverbrauch um den Faktor 4 bis 10 gesenkt werden kann.
Wenn das Jahr als Kulturhauptstadt zu Ende geht, soll das Großprojekt starten und im ehemaligen Kohlerevier eine Kommune mit etwa 50.000 Einwohnern ausgewählt und zur Ökostadt umgebaut werden. Als Zielmarke wird eine Reduktion der CO2-Emissionen um 50% angesetzt. Geplant ist ein Sanieren des gesamten Gebäudebestandes bis auf Passivhausniveau (Heizenergieverbrauch 15kWh/m²a), die Einrichtung von Elektro-Nahverkehrssystemen und die Smart-Grid-Steuerung von Haushaltsgeräten. Das Projekt ist auf 10 Jahre ausgelegt, im Oktober soll die Entscheidung fallen, welche Kommune im Pott den Zuschlag erhält.
Gleichzeitig wurde bekannt, dass das Vorzeigeprojekt Masdar-City wegen finanzieller Schwierigkeiten vorerst gestoppt wird. Zwei Projektleiter mussten gehen und Sultan Ahmed Al Jaber, Geschäftsführer des Masdar-Projekts, ordnete eine umfassende Prüfung der ursprünglichen Pläne an. Dabei geht es vor allem um die finanziellen Probleme.
Masdar City sollte die erste Stadt werden, die ihre Energie vollständig aus erneuerbaren Quellen bezieht und nominell weder Kohlendioxid ausstößt, noch Abfall produziert. 50.000 Menschen sollten in der Stadt leben und 90.000 in ihr arbeiten. Die Baukosten waren auf 22 Mrd. Dollar veranschlagt. Außer als Firmensitz von 1.500 Handelsfirmen soll in Masdar auch die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) angesiedelt werden.
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