Weniger Emissionen
Kohle- und Atomkraftwerke gehören zu Deutschlands größten Stromverbrauchern
Die anhaltende Wirtschaftskrise führt zu einem drastischen Rückgang der Treibhausgasemissionen. Da besonders energieintensive Industrien ihre Produktion zurückfahren mussten, ist der Stromverbrauch und der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) sogar noch stärker als die Wirtschaftsleistung geschrumpft.
Das geht aus einem Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) und dem Jahresbericht der Arbeitsgruppe Energiebilanzen (AGEB) hervor. Die Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe sei 2009 um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, die CO2-Emissionen, so das UBA, um 8,4 Prozent. Das sei der stärkste Rückgang der Treibhausgasemissionen seit Bestehen der Bundesrepublik, was sich sicherlich auch für die industrielle Wertschöpfung sagen lässt.
Erdgas und Öl wurden jeweils fünf Prozent weniger verbraucht, wobei bei letzterem laut AGEB die wichtigste Grund der vermehrte Einsatz von Agrarkraftstoffen war. Der Nutzen für das Klima dürfte in diesem Fall also eher zweifelhaft sein. Uneingeschränkt positiv ist aus dieser Perspektive hingegen, dass der Verbrauch von Steinkohle um 18 und der von Braunkohle um drei Prozent zurückging. Letztere ist allerdings wegen des geringeren Brennwertes und der daher höheren spezifischen CO2-Emissionen die schlechtere Wahl, insofern wäre eine stärkere Abnahme wünschenswert gewesen.
Aufgrund eines besonders schlechte Windjahres ist die Bruttostrromerzeugung der erneuerbaren Energieträger kaum gestiegen, Da aber in Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken deutlich weniger erzeugt wurde, stieg ihr Anteil von 14,5 auf 15,6 Prozent (Braunkohle 24,5 Prozent, Atomkraft 22,6, Steinkohle 18,3, Erdgas 12,9). Die Kraftwerke verbrauchten immerhin beachtliche 36,3 Milliarden Kilowattstunden Strom für den Eigenbedarf. Das war etwas weniger, als alle Windkraftanlagen ins Netz einspeisten, oder rund sechs Prozent der Bruttostromerzeugung.
Unterdessen weist das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) darauf hin, dass inzwischen 1,8 Millionen Beschäftigte direkt oder indirekt im Bereich Umweltschutz arbeiten, das seien 4,5 Prozent aller Erwerbstätigen (die Zahlen beziehen sich auf 2006). In der derzeitigen Krise sei der Umweltschutz für den Arbeitsmarkt "ein bedeutender und stabilisierender Faktor". "Ein erheblicher Teil des Beschäftigungswachstums ist dabei auf die dynamische Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien zurückzuführen."
Darstellungsbreite ändern
Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.
