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Energie & Klima News

Keine Klimaschützer mehr

Biogas und Bioethanol verlieren ihren Nimbus

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Die EEG-Kürzungsdebatte und die Pläne, für Strom aus Solaranlagen auf ehemaligen Ackerflächen in Zukunft keine Einspeisevergütung mehr zu zahlen, brachten die Frage in die Diskussion, ob denn der auf den selben Flächen weiterhin geförderte Biomasseanbau im agroindustriellen Maßstab etwa besser für Klima, Ökosystem und Nahrungsmittelsicherheit sei.

Um das zu klären, haben jetzt mehrere Umweltverbände die EU-Kommission wegen der Vorenthaltung von Dokumenten verklagt. Nach eigenen Angaben hält die Kommission derzeit 140 Dokumente zurück. Diese sollen Informationen über die negativen Auswirkungen einer gesteigerten Nachfrage nach Energiepflanzen innerhalb der EU auf die Umwelt und die Lebensmittelpreise enthalten. Bisher verweigert die Kommission die Herausgabe. Als Grund wird vermutet, dass die politischen Ziele nicht gefährdet werden sollen, denn nach der Erneuerbare-Energien-Richtlinie soll der Anteil von erneuerbaren Energien im Verkehr bis 2020 bei 10% liegen - und zwar vor allem durch die Beimischung von aus Pflanzen gewonnenen Treibstoffen. Diese werden nominell als CO2 neutral gesetzt - mit der Begründung, das bei der späteren Verbrennung freigesetzte CO2 sei ja vorher von den Pflanzen gebunden worden. Die klagenden Verbände befürchten, die Kommission habe vor, die Untersuchungsergebnisse in einer gefilterten Form so zu präsentieren, dass bereits getroffene Entscheidungen unterstützt und eine unabhängie Überprüfung verhindert werden sollen.

Auch in den USA gerät Biotreibstoff in die Kritik. Dort soll vor allem ein größerer Anteil von Ethanol aus Mais Treibstoffe klimapolitisch verträglicher machen. Doch obwohl bei der Verbrennung dieses Ethanols kein CO2 aus fossilen Quellen erzeugt wird, sei es dennoch nicht klimafreundlich, berichten Forscher der Purdue University im Magazin BioScience.

Sie berechneten den CO2-Ausstoß, den die Maisethanol-Produktion der USA global verursacht. In den USA und einigen EU-Ländern stammt der größte Ethanol-Anteil zur Benzinbeimischung aus Mais und seit dem Regierungswechsel in den USA wird auf immer größeren Flächen Mais als Energiepflanze angebaut. 2010 sollen 335 Mio. Tonnen Mais für die Ethanolgewinnung verwendet werden, das entspricht bereits mehr als einem Drittel der Ernte, bis 2015 soll der Anteil auf 50% steigen. Die erhoffte Treibhausgasminderung durch mehr Biosprit sei jedoch ein Trugschluss. Vielmehr steige durch die Ausweitung der Intensivlandwirtschaft schon lokal die Freisetzung von CO2 aus dem Boden und die von Lachgas durch die Düngung (N2O). Dazu kämen noch zusätzliche Emissionen, da neue Flächen andernorts, teils auch in anderen Ländern, unter den Pflug genommen würden, um den Ausfall der US-amerikanischen Maisproduktion als Nahrungsmittel zu kompensieren. In der Summe bedeute das eine negative Treibhausgasbilanz für den Maisethanolanbau der USA.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/147262
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