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Ölpest: Fälschen von Sicherheitstests "üblich"

Über mangelhaft durchgeführte Tests werde seit Jahren großzügig hinweggesehen, mit Wissen der Behörden und BP, so der Vorwurf eines Informanten aus der Ölindustrie

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Warum die Absperreinrichtung am Bohrloch, der sogenannte Blow-out Preventer (BOP), nicht funktioniert hat und welchen Anteil das technische Versagen an der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat, ist noch immer nicht geklärt. Doch gibt es nach Informationen der Huffington Post, die in dieser Sache schon einige Male mit Enthüllungen aufhorchen ließ, Hinweise auf eklatante Schlampereien und Manipulationen bei den Sicherheitsüberprüfungen der Absperreinrichtungen.

Laut Aussagen des demokratischen Kongressabgeordneten Henry Waxman, die er vor dem Untersuchungsausschuss zur Ölpest (siehe Ölpest wirtschaftlich kein Problem für BP), gab es im hydraulischen System des BOP ein Loch. Nicht der einzige Fehler im Sicherheitssystem: eine Batterie im Steuerungsteil so außerdem leer gewesen sein, bemängelt wurden bei der Anhörung auch eine nutzlose Testversion eines Teils, das den Ölstrom unterbrechen sollte, und eine Schneidevorrichtung, die zu schwach war (siehe dazu Sind Umweltschützer schuld an der Ölkatastrophe?) .

Auch hatte der BOP einen Drucktest, der nur wenige Stunden vor der Explosion der Bohrinsel durchgeführt wurde, nicht bestanden. Trotzdem erteilte eine Ingenieur von der staatlichen Aufsichtsbehörde die abschließende Erlaubnis für die Bohrung. Bei einer Anhörung gab der Ingenieur zu, dass er sich nicht um einen Nachweis der Funktionsfähigkeit des Blow-out Preventers bemüht habe.

Das Hinwegsehen über mögliche Mängel und sogar das Fälschen von Sicherheitstest sei geradezu üblich und BP sei sich dessen seit längerer Zeit bewusst, behauptet ein Zeuge, der seit 18 Jahren auf Bohrinseln in Alaska arbeitet. Die Huffington Post zitiert Aussagen des Mannes, wonach er bei mindestens 100 BOP-Tests anwesend war, deren Ergebnisse gefälscht wurden. Viele Tests betrafen demnach Arbeiten an Bohrlöchern, die BP gehörten. Üblicherweise, so der Informant, sei bei solchen Tests, auch wenn sie von einer damit beauftragten Firma durchgeführt würden, immer ein Vertreter der BP dabei.

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Bild: Ausschnitt aus dem BP-Video

Die herrschende Praxis in der Ölindustrie und besonders bei BP sei es, dass man die Sicherheitsprozeduren als lästiges Übel hinter sich bringe und dann woanders hinschaue. So würden auch Berichte über Unfälle in vielen Fällen unterlassen. Die Huffington Post stützt die Vorwürfe durch Hinweise auf entsprechende Vorfälle in Alaska, die vor einigen Jahren auffällig wurden. Dabei kam auch zutage, dass Personen, die Vorwürfe gegen Ölfirmen erhoben, von privaten Sicherheitsfirmen überwacht wurden.

BP veröffentlicht nun, auf Druck des Weißen Hauses, wie es heißt, ein Video, das den Austritt des Öls vom Hauptleck zeigt.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/147615
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