e
Energie & Klima News

Nordwest-Passage bald offen?

Das arktische Packeis zieht sich rasch zurück

  • drucken
  • versenden

arctic_AMSRE_visual.png Vergrößern
Nördlich von Alaska und in Kanadas arktischem Archipel könnte sich in den nächsten Wochen die Nordwest-Passage öffnen, die vom Atlantik in den Nordpazifik führt.
Bild: Uni Bremen

Hoch im Norden, in der Arktis, ist das große Tauen im vollen Gange. Wie jedes Jahr zieht sich das Eis während des langen Polartages zurück, der Trend geht jedoch zu immer stärkeren Verlusten. Derzeit zeigen die von den Geowissenschaftlern der Uni Bremen verarbeiteten Daten, dass sich in diesem Jahr eventuell erneut die Nordwestpassage öffnen könnte. (Siehe Grafik.)

Die Eisbedeckung ist schon jetzt deutlich unterdurchschnittlich, ob aber in diesem Jahr der bisherige Minusrekord von 2007 erreicht werden wird, ist offen und wird von den Wetterbedingungen über der Arktis in den nächsten sechs Wochen abhängen.

seaice.anomaly.arctic.png Vergrößern
Eisbedeckung in der Arktis dargesetllt als Abweichung vom Mittelwert der Jahre 1979 bis 2008. Der abwärts gerichtete Trend ist deutlich sichtbar und besonders in den Sommermonaten ausgeprägt.
Bild: Crosphere Today, Polar Research Group at University of Illininois

Dirk Notz, der am Max-Plack-Institut für Meteorologie im Hamburg die Forschungsgruppe "Meereis im Erdsystem" leitet, hat schon vor einigen Wochen in einem Beitrag in der "Klima-Lounge" geschildert, wie labil die arktische Eisbedeckung inzwischen ist. Zwar hat gegen Ende des Winters der Bedeckungsgrad seit über fünf Jahren erstmals wieder normale Werte erreicht, doch vielfach hat sich das Eis erst sehr spät gebildet. Mit anderen Worten: Die Eisdecke ist inzwischen ziemlich dünn, womit die Entwicklung im Sommer viel stärker als in den Jahrzehnten davor vom jeweiligen Wetter abhängt.

Notz weist außerdem darauf hin, dass bei einem weiteren Rückgang des Meereises, in Europa häufiger kalte Winter wie der letzte auftreten könnten. Dann würden sich nämlich über der Arktis im Winter stabile Hochdrucklagen ausbilden, deren Folge Kaltluftausbrüche in die südlicheren Regionen wären. Notz: "Es könnte daher durchaus sein, dass die globale Klimaerwärmung und der Rückgang des Meereises in Zukunft dazu führen, dass kleinere Teile der Nordhalbkugel im Winter längere Kältewellen erleben werden. Die mittlere Temperatur der Nordhalbkugel wird allerdings trotz dieser lokalen Effekte weiter ansteigen."

http://www.heise.de/tp/blogs/2/148085
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS