Nordwest-Passage bald offen?
Das arktische Packeis zieht sich rasch zurück
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Nördlich von Alaska und in Kanadas arktischem Archipel könnte sich in den nächsten Wochen die Nordwest-Passage öffnen, die vom Atlantik in den Nordpazifik führt. Bild: Uni Bremen |
Hoch im Norden, in der Arktis, ist das große Tauen im vollen Gange. Wie jedes Jahr zieht sich das Eis während des langen Polartages zurück, der Trend geht jedoch zu immer stärkeren Verlusten. Derzeit zeigen die von den Geowissenschaftlern der Uni Bremen verarbeiteten Daten, dass sich in diesem Jahr eventuell erneut die Nordwestpassage öffnen könnte. (Siehe Grafik.)
Die Eisbedeckung ist schon jetzt deutlich unterdurchschnittlich, ob aber in diesem Jahr der bisherige Minusrekord von 2007 erreicht werden wird, ist offen und wird von den Wetterbedingungen über der Arktis in den nächsten sechs Wochen abhängen.
Dirk Notz, der am Max-Plack-Institut für Meteorologie im Hamburg die Forschungsgruppe "Meereis im Erdsystem" leitet, hat schon vor einigen Wochen in einem Beitrag in der "Klima-Lounge" geschildert, wie labil die arktische Eisbedeckung inzwischen ist. Zwar hat gegen Ende des Winters der Bedeckungsgrad seit über fünf Jahren erstmals wieder normale Werte erreicht, doch vielfach hat sich das Eis erst sehr spät gebildet. Mit anderen Worten: Die Eisdecke ist inzwischen ziemlich dünn, womit die Entwicklung im Sommer viel stärker als in den Jahrzehnten davor vom jeweiligen Wetter abhängt.
Notz weist außerdem darauf hin, dass bei einem weiteren Rückgang des Meereises, in Europa häufiger kalte Winter wie der letzte auftreten könnten. Dann würden sich nämlich über der Arktis im Winter stabile Hochdrucklagen ausbilden, deren Folge Kaltluftausbrüche in die südlicheren Regionen wären. Notz: "Es könnte daher durchaus sein, dass die globale Klimaerwärmung und der Rückgang des Meereises in Zukunft dazu führen, dass kleinere Teile der Nordhalbkugel im Winter längere Kältewellen erleben werden. Die mittlere Temperatur der Nordhalbkugel wird allerdings trotz dieser lokalen Effekte weiter ansteigen."
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