Portugal brennt weiter
Die große Hitze führt auch in diesem Jahr wieder zu vielen Waldbränden, Naturparks sind stark betroffen
Vor allem der Norden Portugals kommt nicht zur Ruhe. Am Wochenende wurden im gesamten Land fast 500 Waldbrände registriert. Derzeit werden noch gut ein Dutzend Großbrände bekämpft. Im Norden des Landes und im angrenzenden spanischen Galizien brennt es in diesem Sommer besonders heftig.
Betroffen sind erneut auch bedeutsame Naturschutzgebiete. So brennt im Grenzgebiet zwischen Portugal und Galizien der Naturpark Peneda-Gerés. Für den daran in Galizien angrenzenden Naturpark Sierra Baja Limia-Jurés befürchtet der Bürgermeister der nahen Kleinstadt Lobios inzwischen auch ein "ökologisches Desaster". José Lamela beklagt, dass ein weiteres Ausbreiten des Feuers diesen Naturpark vernichten könnte.
Der Brand im portugiesischen Nationalpark Peneda-Gerés ist einer der größten Brände derzeit. Hier brennt es schon seit einer Woche. Die Bekämpfung ist in dem bergigen und schwer zugänglichen Gelände sehr schwierig und die Winde, die ständig Stärke und Richtung änderten, stellen ein großes Problem dar, erklären die Löschmannschaften. Doch das ist nicht der einzige Naturpark, der durch Brände schwer geschädigt ist. Der Naturpark von Funchal auf der Insel Madeira ist am Wochenende praktisch komplett abgebrannt. Auch Teile des Naturparks Serra da Estrela sind bisher den Flammen zum Opfer gefallen und in dem trockenen Sommer trifft es die Naturschätze des Landes sehr stark. Während auf Madeira fast 1.000 Hektar an besonders wertvollen Flächen abgebrannt sind, sind es in Serra da Estrela bisher etwa 2.500 Hektar und in Peneda-Gerés schon über 6.000 Hektar.
Neben den zahlreichen Brandstiftungen wird vor allem kritisiert, dass vor allem in Portugal nichts aus früheren Brandsommern gelernt habe. Das Problem ist nicht neu, doch in diesem Juli wurde sogar die Zahl der vielen Brände in den letzten fünf Jahren mit etwa 5.500 übertroffen. Insgesamt sind den Flammen in diesem Jahr schon mehr als 70.000 Hektar zum Opfer gefallen. Umweltschutzorganisationen kritisieren erneut die fehlende Prävention und die mangelnde Koordination bei der Brandbekämpfung. Einwohner in abgelegenen Dörfern beklagen sich darüber, dass sie bisweilen ganz auf sich allein gestellt blieben. Wegen der anhaltenden Kritik mussten Staatspräsident Anibal Cavaco Silva und Ministerpräsident Jose Socrates ihren Urlaub unterbrechen. In etlichen Bezirken in Nord- und Zentralportugal gilt noch immer die höchste Alarmstufe.
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