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Energie & Klima News

Greenpeace-Kampagne will Facebook grün machen

Cloud Computing benötigt immer mehr Strom, Greenpeace fordert, dass Facebook sein neues Data Center nicht vorwiegend mit Strom aus Kohle, sondern zu 100 Prozent mit Erneuerbaren Energien betreiben soll

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Facebook hatte im Januar angekündigt, in Prineville, Oregon, ein neues 180-Millionen-Dollar-Datenzentrum zu bauen. Die energiehungrigen Server sollen mit Strom des Konzerns PacifiCorp betrieben werden. Wie Greenpeace eruierte, produziert der Energiekonzern seinen Strom überwiegend mit Kohle.

Es ist unbekannt, wie viel Strom Facebook verbraucht. Der Energieverbrauch für Cloud Computing jedenfalls steigt steil an, meist wird dafür Strom aus Kohle und Atomenergie verwendet. Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie geht aus, dass mit gleich bleibenden Wachstumsraten, weltweit alle Datenzentren angeblich mehr als 1.9 Milliarden kWh benötigt würden, drei Mal so viel wie jetzt und so viel wie derzeit Frankreich, Deutschland, Brasilien und Kanada zusammen. Es käme angesichts dieses doch großen Energiehungers dann schon darauf an, wie der Strom erzeugt wird.

Zwar versicherte Facebook, mit möglichst energieeffizienter und neuer Technik zu arbeiten, um die durch Kohle entstehenden CO2-Emissionen auszugleichen, aber die Umweltorganisation ist damit nicht zufrieden und hat vor einem halben Jahr - natürlich - eine Facebook-Gruppe gegründet, um zu fordern, dass der Betreiber des Sozialen Netzwerks mit weltweit 500 Millionen Nutzern ganz auf saubere Energie setzen und der Kohle abschwören soll..

Mittlerweile haben sich innerhalb eines Jahres mehr als ein halbe Million Facebook-Nutzer dem Protest angeschlossen. Greenpeace meint, Facebook könne frei entscheiden, wo es sein Data Center aufbauen und welche Energiequellen es benutzen will. Jetzt sei die Möglichkeit, auf Kohle zu verzichten und dem Rest der IT-Branche damit als Vorbild zu dienen, um die "brown cloud" zu einer "green cloud" zu machen.

Die Organisation hat an Facebook-Gründer Marc Zuckerberg einen offenen Brief geschickt und darauf hingewiesen, dass der Trend zum Cloud Computing den Energiebedarf enorm ansteigen ließe und es daher wichtig sei, erneuerbare Energien zu verwenden, um die Klimaerwärmung nicht zu verstärken. Facebook stehe hier in Verantwortung, zumal das Data Center doppelt so groß werden soll wie ursprünglich geplant. Während Facebook auf die schmutzige Kohle setze, habe Google gerade vorbildlich einen langfristigen Vertrag mit einem Windkraftanbieter abgeschlossen. Auch Facebook solle umgehend Pläne zum Ausstieg aus der Kohle und zum Umstieg auf erneuerbare Energien fassen und diese veröffentlichen, so Greenpeace, um deutlich zu machen, dass das Soziale Netzwerk die Initiative ergriffen und sich in einen "Klimaführer" verwandelt habe.

Greenpeace ist allerdings auch selbst mit seinen Internetaktivitäten noch nicht wirklich "grün". Die Haupt-Website von Greenpeace wird in Amsterdam bei einem Datenzentrum gehostet, das seine CO2-Emissionen über REC-Zertifikate (Renewable Energy Certificate) ausgleicht. 30 Server in Washington D.C. sollen mit Strom aus Windenergie betrieben werden. Andere Server befinden sich in Nordvirginia, wo vorwiegend Strom aus Kohle und Atomenergie verwendet wird. Greenpeace will das zwar ändern, legt allerdings bei Facebook und anderen Unternehmen höhere Maßstäbe an als bei sich selbst. Da diese aber sehr viel mehr Energie verbrauchen, stünden sie auch in größerer Verantwortung, meint man bei der Umweltorganisation, damit Cloud Computing in Zukunft möglichst geringe CO2-Emissionen verursacht.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/148306
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