Bohren im schwierigen Gewässer
Umweltschützer protestieren gegen Bohrungen in der Arktis
Am Dienstag letzter Woche hatten Greenpeace Aktivisten in vor der Westküste Grönlands eine Ölplattform besetzt. Die britische Firma Cairn Energy bohrt dort seit kurzem unter dem Schutz der dänischen Marine nach Öl. Die Umweltschützer befürchten, dass es in den dortigen Gewässern vor der Disko-Insel zu einem regelrechten Öl-Boom kommen wird, sollte die Bohrung erfolgreich sein. Das Meer dort ist im Winter meist eisbedeckt, aber auch in der eisfreien Saison treiben viele Eisberge Richtung Süden an den potenziellen Bohrstellen vorbei. Erst Anfang August war, wie berichtet, etliche Hundert Kilometer weiter nördlich vom Petermanngletscher eine Eismasse fast so groß wie Bremen abgebrochen, die in den nächsten Jahren in zahllose Eisberge zerbrechen wird.
Die Umweltschützer mussten inzwischen ihre Aktion, mit der sie die Bohrarbeiten zeitweise unterbrechen konnten, beenden. Ein Sturm zwang die wagemutigen, die ihr Lager in einer hängenden Konstruktion zwischen Plattform und Meeresoberfläche aufgeschlagen hatten, zur Aufgabe. Vier der Aktivisten, je einer aus Polen, Finnland, Deutschland und den USA, wurden von der Polizei festgenommen, wie die britische Zeitung Independent schreibt. Die von Cairn Energy gemietete Bohrinsel "Stena Don" wurde übrigens in Rostock gebaut.
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