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Energie & Klima News

Energie wird weiter verheizt

Industrie verschenkt Milliarden und Dämmung bei Wohngebäuden soll sozialverträglich forciert werden

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Europas Industrie verschenkt durch fehlende Dämmungen jährlich Energie im Gegenwert von 3,5 Mrd. Euro und stößt unnötig viel CO2 aus. Ecofys geht davon aus, dass ein Zehntel der industriellen Anlagenteile in Europa ungedämmt ist oder eine beschädigte Isolierung hat. Typische Wärmebrücken sind ungedämmte Armaturen sowie Rohrleitungen und Tanks, deren ehemals vorhandene Dämmung bei Reparaturen entfernt und nicht mehr erneuert wurden.

Durch bessere Dämmung könnte die Industrie 620 Petajoule einsparen. Das entspricht dem Jahresenergieverbrauch von zehn Mio. Durchschnittshaushalten. Auf der Emissionsseite verursachen die Wärmebrücken 49 Mio. Tonnen CO2 extra, so viel wie die Emissionen von 18 Mio. Mittelklasseautos. Während die Dämmung nur einmalig 900 Mio. Euro kosten würde, beziffert Ecofys die dadurch möglichen Einsparungen auf jährlich 3,5 Mrd. Euro.

Auch im Gebäudebereich geht noch unnötig viel Wärme verloren. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (DENA) sind 65 % der Fassaden ungedämmt und 60 % der Fenster energetisch in einem schlechtem Zustand. Zur Zeit laufen gerade die abschließenden Verhandlungen zur Energieeinsparverordnung (EnEV) 2012. Unter anderem geht es noch darum, wie viel gedämmt werden soll und wer die Kosten dafür übernimmt. Naturschutzverbände und der Mieterbund fordern eine sozial gerechte Kostenverteilung.

In der Praxis gerate aber die Dämmung von Gebäuden in Misskredit, weil teilweise auch Baumaßnahmen wie der Bau von Fahrstühlen, Balkonen und Erweiterungen der Wohnflächen als Teil von energetischen Sanierungsmaßnahmen angegeben würden. Dabei ist Dämmung nicht nur energie- und klimapolitisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll: Während seit 1995 die Kaltmieten um 24 % angestiegen sind, stiegen die Heizkosten im gleichen Zeitraum um 173 %.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) schlägt deshalb vor, das große Sanierungspotential im Gebäudebestand auszuschöpfen, um Energiekosten und CO2-Emissionen zu senken. Dies soll aber "warmmietneutral" über ein Drittel-Modell erfolgen. Dabei übernehmen jeweils Hauseigentümer, Mieter und staatliche Förderprogramme jeweils ein Drittel der Kosten. Durch dieses Modell wäre nicht nur eine sozialverträgliche Aufteilung der Kosten, sondern auch eine bessere Kontrolle der tatsächlich durchgeführten Maßnahmen möglich.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/152363
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