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Energie & Klima News

Klima: Aus Erfahrung klug?

Dürren, Tornados und Überschwemmungen haben US-Amerikaner davon überzeugt, dass am Klimawandel doch etwas dran sein könnte. Ob das allerdings schon ein nachhaltiger Meinungsumschwung ist, bleibt zunächst offen

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Während in den meisten Teilen des US-Bundeststaates Texas die starke Dürre inzwischen etwas nachgelassen hat, leidet nun der Mittlere Westen und andere Teile der USA unter extremer Hitze, ausbleibenden Niederschlägen und anhaltender Trockenheit. Die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt unter Berufung auf offizielle Qellen, dass die Periode Juli 2011 bis Juni 2012 der wärmste 12-Monatszeitraum in der bis 1895 zurückreichenden Geschichte der landesweiten Wetteraufzeichnungen in den USA gewesen sei. Die derzeitige Dürre sei die schlimmste seit 1956. 55 Prozent des Landes zwischen Mexiko und Kanada leide derzeit unter moderater oder schwerer Dürre.

Der Mississippi führt inzwischen so wenig Wasser, dass Lastkähne nur noch mit verminderter Fracht fahren können. Noch vor Jahresfrist hatte insbesondere sein großer Zubringer, der Missouri, mit Hochwasser zu kämpfen, das zwei Atomkraftwerke lahmlegte.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unterdessen, dass keine Besserung in Sicht sei. In wichtigen Anbaugebieten ist vor allem die Mais- und Sojaernte gefährdet. Der erwartete Maisertrag wurde in den letzten Wochen landesweit bereits um sieben Prozent nach unten korrigiert, während die Preise um 40 Prozent stiegen.

Nach diversen weiteren Wetterextremen wie Überschwemmungen im Nordosten, zahlreichen Tornados und einer in diesem Jahr ganz ungewöhnlich früh begonnenen Hurrikan-Saison scheinen die US-Amerikaner inzwischen, wie Umfragen zeigen langsam dahinter zu kommen, dass am Klimawandel doch etwas dran sein könnte. 87 Prozent der als Demokraten registrierten Wähler halten inzwischen den Klimawandel für eine Realität, bei den Unabhängigen sind es 72 Prozent, und selbst bei den Republikaner ist nun eine knappe Mehrheit von 53 Prozent zu dieser Einsicht gelangt. Allerdings verweisen die von Bloomberg zitierten Statistiker darauf, dass die öffentliche Meinung sich in dieser Frage noch immer stark vom jeweiligen Wettergeschehen beeinflussen lasse.

Derzeit sind nur noch 15 Prozent der US-Amerikaner der Ansicht, dass es keinen Klimawandel gebe. Immerhin 60 Prozent der Befragten sagen, dass sie einen Kandidaten ins Weiße Haus wählen würden, der die fossilen Energieträger stärker besteuert (und zum Ausgleich die Einkommenssteuer senkt). Von denen, die Klimaschutz für eine wichtige Sache halten, vertrauen - wenig überraschend - die meisten eher Amtsinhaber Barack Obama als seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/152423
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