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Energie & Klima News

Zurück zur zentralen Stromversorgung

Neues Braunkohlekraftwerk in Grevenbroich-Neurath eröffnet, weitere sollen folgen

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Am Mittwoch eröffnete RWE in Grevenbroich-Neurath seine beiden neuen Kraftwerksblöcke BoA 2&3. Sie haben zusammen eine Leistung von 2,2 GW und liefern rechnerisch Strom für 3,4 Mio. Durchschnittshaushalte. Verfeuert wird die Braunkohle aus den nahen Tagebauen und das führt erst einmal zu 17 Mio. Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr extra.

Während Kritiker von einem Desaster für den Klimaschutz sprechen, reklamiert RWE, dass die Anlage für ein Braunkohlekraftwerk sehr effizient sei. Der Wirkungsgrad der Stromerzeugung sei im Vergleich zu Altanlagen um mehr als 30 Prozent höher, so dass sie im Vergleich zu älteren Braunkohlekraftwerken bei gleicher Stromproduktion sechs Mio. Tonnen weniger CO2 ausstoße. Dies soll zum Tragen kommen, wenn Altanlagen stillgelegt werden. Außerdem sei das Kraftwerk flexibler im Zusammenspiel mit erneuerbaren Energien (EE). Die Blöcke könnten innerhalb von 15 Minuten um jeweils 500 MW gedrosselt werden und so auf das schwankende Angebot aus Wind- und Solarstrom reagieren.

Festredner Bundesumweltminister Peter Altmaier bezeichnete das Kraftwerk bei der Eröffnung als einen "herausragenden Beitrag zum Gelingen der Energiewende" und als praktizierten Umweltschutz. Denn mit der Inbetriebnahme könnten alte, umweltschädlichere Anlagen vom Netz genommen werden. Allerdings kündigte RWE-Chef Peter Terium erst einmal den Bau noch eines weiteren Braunkohlekraftwerks an.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisierte den Neubau, denn Kohlekraftwerke haben eine Laufzeit von rund 40 Jahren und behinderten so den Ausbau der Erneuerbaren Energien auf Jahrzehnte. Greenpeace bezeichnete das neue Großkraftwerk als "Dinosaurier des Kohlezeitalters", es passe nicht in eine zukunftsfähige Energieerzeugungsstruktur.

Doch was RWE als "Kohlekonzern" nicht zustande bringen kann, besorgen zur Zeit die an sein Verteilnetz angeschlossenen vielen dezentralen EE-Anlagen. Allein im Jahr 2011 sind 43.000 neue Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien angeschlossen worden. Damit stieg die Gesamtzahl der EEG-Anlagen im RWE-Verteilnetzgebiet gegenüber 2010 um rund 24 Prozent auf über 221.000. Mit 213.000 Anlagen machten PV-Anlagen den Hauptteil aus, gefolgt von 5.400 Windkraft- und 2.100 Biomasseanlagen.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/152591
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