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Mais gehört zu den Gewinnern

Klimawandel verändert die Bedingungen für die Landwirtschaft. Mehr Wärme ist gut für das Pflanzenwachstum, problematisch sind allerdings die Verschiebung von Niederschlägen und die mögliche Zunahme von Extremereignissen

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Der Klimawandel ist eine große Herausforderung für die hiesige Landwirtschaft, bietet hierzulande aber immerhin durchaus Chancen, meinen der Deutsche Wetterdienst (DWD) und der Deutsche Bauernverband [www.bauernverband.de (DBV)]. Notwendig dafür seien allerdings erhebliche Investitionen in Bewässerungs- und Drainagesysteme sowie in die Zucht neuer Sorten, so Vertreter der beiden Verbände am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin.

"Die Klimaforscher sind sich einig: Bis zum Ende des Jahrhunderts werden die Jahresdurchschnittstemperaturen weltweit und in Deutschland voraussichtlich um zwei bis vier Grad steigen“, so DWD-Vizepräsident Paul Becker. Un weiter: „Dieser Klimawandel wird unsere Lebensgrundlagen verändern. Deshalb ist es so wichtig, dass sich jeder, der Verantwortung für unser Land trägt, intensiv mit der Anpassung an den Klimawandel beschäftigt und zu handeln beginnt."

Bodentemperatur__1962__2012.jpg Vergrößern

Bild: DWD

Konkret haben sich die Bodentemperaturen bereits deutlich erhöht, was für das Pflanzenwachstum vorteilhaft ist, sofern ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Die Daten des DWD zeigen, dass in Deutschland jeweils Ende April die Bodentemperatur von 1962 bis 2012 im Mittel um fünf Grad auf heute 16 Grad Celsius zugenommen hat. "Wir rechnen damit, dass sich dieser Trend bis 2100 fortsetzt", meint Becker. Der Vegetationsbeginn gemittelt über verschiedene Pflanzen liege heute etwa sieben Tage früher als noch vor 50 Jahren, und werde sich weiter verschieben. 2100 könnte das Pflanzenwachstum drei Wochen früher als in den 1960ern beginnen.

Für wärmeliebende Pflanzen wie Mais und Hirse sei das sehr positiv. Der Mais dürfte damit hierzulande zu den Gewinnern gehören. Zugleich ermögliche die Abnahme der Spätfröste eine verstärkte Nutzung von Zweitkulturen auf derselben Fläche. "In Deutschland kann die immer knapper werdende Ressource Ackerfläche dann durch mehrere Ernten effektiver genutzt werden", so Becker.

Beim Niederschlag sieht das Bild allerdings nicht ganz so günstig aus. Die werden künftig ungleichmäßiger verteilt sein. Im Sommerhalbjahr könnte vermehrt Wasserknappheit auftreten, die durch Bewässerung ausgeglichen werden muss. Für den Herbst und Winter rechnet der DWD mit verstärkten Niederschlägen, die den Maschineneinsatz auf den Feldern erschweren oder unmöglich machen könnten, wenn nicht für ausreichende Drainage gesorgt wird.

Beim DBV bewertet man Chancen und Risiken ganz ähnlich. Die Bedingungen für das Pflanzenwachstum würden sich verbessern, so DBV-Vizepräsident Werner Schwarz. Gleichzeitig drohen aber auch Gefahren von Wetterkapriolen wie Hagel kurz vor der Obst- oder Maisernte oder Starkregen, der zur Erosion von wertvollem Boden und zur Unbefahrbarkeit der Äcker führen kann. In diesem Jahr hätten Kahlfröste, also Frost bei fehlender Schneedecke, die die Pflanzen geschützt hätte, gezeigt, wie risikoreich der Ackerbau sein kann. Schwarz rechnet künftig mit mehr Pilzbefall und weist daraufhin, dass bei den Tierbeständen bereits Krankheiten auftreten, die bisher nur in südeuropäischen Regionen bekannt waren.

Abhilfe könnten unter anderem besser angepasste Sorten sein, weshalb Schwarz den flächendeckenden Erhalt der Sortenversuche in den Bundesländern fordert, die vielerorts aus finanziellen Gründen gefährdet seien. Das Sortenspektrum werde sich erweitern. "Mais und Zuckerrüben versprechen bei einer zunehmend guten Wasserversorgung in den Sommermonaten bessere Erträge", meinte Schwarz. Pflanzen wie Hirse oder Soja könnten mit entsprechenden Züchtungsfortschritten stärker angebaut werden. Pfluglose Bodenbearbeitungsverfahren und der Anbau von Zwischenfrüchten würden außerdem dazu beitragen, der Erosion vorzubeugen und den Wasserhaushalt positiv zu beeinflussen.

Schwarz betonte, dass die Mehrgefahrenversicherungen für die Landwirte immer wichtiger würden, und kritisierte, dass die Bundesregierung auf diese einen Steuersatz von 19 Prozent des Versicherungsbetrages erheben wolle, statt wie bei der Hagelversicherung nur 0,2 Promille der Versicherungssumme.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/152769
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