Japan steigt aus der Atomkraft aus
Allerdings sehr langsam oder auch nur bis nach der nächsten Wahl
Eigentlich hatte die japanische Regierung in den letzten Wochen ihr Konzept beworben, das auch langfristig einen Anteil der Kernkraft am Strommix von 15 Prozent vorsah. Doch die Stimmung in der Bevölkerung steht auf Ausstieg. In Umfragen im Internet und in Anhörungen hatte die Regierung gefragt, ob in Zukunft 0, 15 oder 25 Prozent des Stroms aus AKWs stammen sollen. Die Hälfte der Befragten sprach sich für den Ausstieg aus. Besonders in den Anhörungen war die Ablehnung groß. Dazu kamen Demonstrationen und Atomkraftgegner sammelten 10 Mio. Unterschriften für den Ausstieg.
Das nun beschlossene Energiekonzept sieht einen sukzessiven Ausstieg vor. Außerdem soll der Ausstiegsbeschluss zunächst jährlich, später alle drei bis fünf Jahre überprüft werden.
Die Regelung hat drei Eckpunkte:
- die Lebensdauer der Reaktoren wird auf 40 Jahre beschränkt,
- es werden keine neuen AKWs mehr gebaut,
- ihre Sicherheit muss von der neuen Atomaufsichtsbehörde im Rahmen von Stresstests bestätigt werden.
In der Zeit bis dahin sollen allerdings wieder mehr AKWs an Netz, im Moment sind erst zwei Reaktoren wieder in Betrieb gegangen. Die Regelung könnte also im schlechtesten Fall nur als eine Art Beruhigungspille bis nach der Wahl gedacht sein und die Überprüfung des Ausstiegsbeschlusses alle paar Jahre einen späteren Wiedereinstieg ermöglichen.
Am besten Japan baut die Erneuerbaren Energien so aus, dass Wind, Sonne und Co. schon in wenigen Jahren den Stromerzeugungsanteil der AKWs vor Fukushima übernehmen. Doch die Einhaltung der Regelung lässt sich auch so schon relativ kurzfristig überprüfen: Bis 2020 haben nämlich schon die ersten 20 japanischen Reaktoren ihre 40 Jahre Laufzeit voll und müssten endgültig vom Netz genommen werden.
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