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Tropensturm "Sandy": Mangelhafter Hochwasserschutz

Erst vor wenigen Wochen hatten Küstenschutzingenieure eine Verbesserung des Hochwasserschutzes gefordert. Diakonie ruft zum Spenden für die Sturmgeschädigten in der Karibik auf

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Tropensturm "Sandy" hat inzwischen die Region um New York City hinter sich gelassen und zieht Richtung Kanada ab. Die Tageszeitung USA Today spricht auf ihrer Webseite von einem der schlimmsten Stürme in der Geschichte des Landes (hier eine Übersicht über historische tropische Herbststürme im US-Nordosten). Mindestens 50 Tote seien in den USA zu beklagen. Noch immer sind mehrere Millionen Menschen ohne elektrischen Strom. In Manhattan soll der Strom in den nächsten vier Tagen wieder fließen, in anderen Teilen der Metropole wird mit einer Woche gerechnet, bis das Netz wieder steht.

Wahrscheinlich ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Infrastruktur dringend besser auf schwere Naturkatastrophen ausgerichtet werden muss. Denn auch wenn solche Stürme nur alle paar Jahrzehnte vorkommen, ist es eigentlich kaum tragbar, dass die Wiederherstellung in einem großen Ballungszentrum so lange auf sich warten lässt. Zumal es ja auch noch schlimmer kommen könnte, zum Beispiel, wenn den Verwüstungen ein Kälteeinbruch auf dem Fuße folgt.

4,2 Meter lag die Sturmflut in Manhattan über Normal Null und bescherte dem U-Bahnsystem der Stadt die schlimmsten Zerstörungen in seiner 108-jährigen Geschichte. Mit dem steigenden Meeresspiegel sollte sich die Stadt langsam auf solche Hochwasser einstellen. Experten diskutieren darüber bereits seit einiger Zeit und haben erst Anfang September kritisiert, dass zu wenig getan wird. "They lack a sense of urgency about this", wurde vor wenigen Wochen Douglas Hill von der Storm Surge Research Group der Stony Brook University auf Long Island zitiert. Das wird sich ja jetzt hoffentlich geändert haben.

Die von "Sandy" an Gebäuden angerichtet Zerstörungen werden landesweit bisher auf 20 Milliarden US-Dollar geschätzt. Hinzu kommen noch 10 bis 30 Milliarden US-Dollar an Verlusten durch den Stillstand des Geschäftslebens. Aber dies können natürlich nur erste Schätzungen sein, zumal der Sturm noch weiter durch nördlichere Bundesstaaten zieht. An den großen Seen wird zum Beispiel mit weiteren Überschwemmungen gerechnet.

Von den 104 US-Atomkraftwerken liegen 34 in der Zugbahn "Sandys", schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. 24 davon haben den Sturm, wie berichtet, ohne irgendwelche Probleme überstanden. An dreien war es, wie berichtet, zu Abschaltungen oder anderweitigen Alarmzuständen gekommen. Das AKW "Oyster Creek" bleibe unter verschärfter Beobachtung ("heightened coverage"), wird die nationale Atomaufsicht von der Agentur zitiert. Unterdessen hat der demokratische Abgeordnete Edward Markey aus Massachusetts, einem der vom Sturm gebeutelten Staaten, gefordert, dass endlich die nach der dreifachen Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima beschlossenen neuen Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden.

Nicht nur in den USA, auch in der Karibik, wo es über 60 Todesopfer gab, sind viele Menschen mit dem Aufräumen beschäftigt. Das Diakonische Hilfswerk berichtet von Kuba und Haiti, dass dort massiv Ernten und Nahrungsmittel vernichtet wurden. Allein in Santiago de Cuba seien 130.000 Häuser zum teil schwer beschädigt. Schnelle Hilfe werde insbesondere auf Haiti benötigt. Das Hilfswerk bittet daher um Spenden.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/153096
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