Stören Windparks die Wettervorhersage?
Das sagt zumindest der britische Wetterdienst und erhebt Einwände gegen den Bau von Windparks in der Nähe einer seiner Radar-Wetterstationen in Wales
Können große Windparks das Wetter beeinflussen? Das sagt, wie Medien berichten, das Met Office, der britische Wetterdienst, zwar nicht. Aber er warnt davor, dass ein neuer Windpark mit seinen über 120 m hohen Turbinen die Genauigkeit der Wettervorhersage beeinträchtigen könnte.
Das Met Office hat bereits Einwände gegen einen geplanten Windpark in Llanllwni, Carmarthenshire. Der Windpark mit 20 Turbinen in den Bergen Wales soll in der Nähe einer der insgesamt 15 Radar-Wetterstationen in Crug-Y-Gorllwyn errichtet werden. Die 120 m hohen Turbinen könnten, so befürchtet der Wetterdienst, elektromagnetische Wellen von Radaranlagen reflektieren, so dass Störungen entstehen, die verhindern, die atmosphärischen Bedingungen genau messen zu können. Daraus könnten dann falsche Warnungen vor schweren und gefährlichen Unwettern ausgegeben werden. Erwartet wird, dass eine ähnliche Kritik auch gegen den Bau eines Windparks mit 28 Turbinen in Brechfa, ebenfalls in Wales, eingelegt wird. Allerdings ist hier die offizielle Frist für Einwände bereits abgelaufen.
Angeblich hat der 2010 in Alltwalis errichtete Windpark, der sich in einer Entfernung von 30 km von der Radarstation in Crug-y-Gorllwyn befindet, die Wettervorhersage bereits beeinträchtigt. So seien durch die Störungen falsche Voraussagen für starke Niederschläge gemacht worden. Wetterradar sei gegenwärtig das einzig verfügbare Mittel, so ein Sprecher des Wetterdienstes, um in Echtzeit den Ort und die Stärke von Niederschlägen wie Regen, Schnee oder Hagel erfassen zu können. Das wiederum kann auch Folgen für die Korrektheit von Flutwarnungen haben.
Große Windparks können allerdings lokal das Klima beeinflussen. Das geht aus einer Studie hervor, die letztes Jahr in Nature Climate Change veröffentlicht wurde. Die US-Wissenschaftler haben Satellitendaten vor und nach dem Bau von Windparks einer Region in Texas ausgewertet, wo sich damals vier der weltweit größten Windparks befanden. In der Nähe der Windparks konnte im Vergleich zu freien Flächen lokal eine Temperaturerwärmung von bis zu 0,72 Grad Celsius in einem Jahrzehnt beobachtet werden. Die Rotorblätter durchmischen die Luft stärker, weswegen sie Nachts weniger stark über dem Boden abkühlt.
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