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Sag zum Abschied leise Servus

Der CO2-Handel verabschiedet sich, Aktivisten fordern ihn ganz zu "verschrotten", die EU setzt ihn erstmal auf Probe aus

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Wirklich gelohnt hat sich der europäische Emissionshandel wohl nur für Karussellgeschäfte mit der Mehrwertsteuer und vielleicht noch, weil er viele Jobs in der Verwaltung der CO2-Zertifikate brachte. Der nominelle Wert der Zertifikate sank aber bei jedem neuen Versuch der Markteinführung zuverlässig von einem fiktiven Anfangswert auf Ramschniveau. Zu seinem eigentlichen Zweck, der CO2-Vermeidung, hat das System leider nicht beigetragen und nach dem Ende der "Krise" steigen die Emissionen auch in Deutschland wieder.

Die Kampagne Scrap the ETS* ein Zusammenschluss von 114 Umweltgruppen fordert deshalb die Abschaffung des Europäischen Emissionshandels. Die "Verschrottung" des europäischen Emissionshandels sei dabei kein Scheitern der EU-Klimapolitik, sondern es würde ganz im Gegenteil ihre Glaubwürdigkeit stärken, wenn sie ein System, das sich nach mehrjähriger Erprobung als nicht wirksam herausgestellt hat, aufgibt.

Die Aktivisten versuchen so, die Politik ohne Gesichtsverlust mit ins Boot zu holen, denn auch aus Fehlern kann und sollte man lernen. Das Hauptproblem des Emissionshandels sei aber, dass er weiter an den fossilen Brennstoffen festhält. Die Botschaft ist jetzt endlich auch in den europäischen Gremien angekommen. Zu einem vollständigen Ende des CO2-Handels mochte man sich noch nicht durchringen, aber der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat immerhin einem Vorschlag der Kommission zur Reform des Europäischen Emissionshandels, dem sogenannten "Backloading", zugestimmt.

Die weitere Auktion von Zertifikaten für die Jahre 2013-2015 soll nun gestoppt werden. Es soll dann zwar noch einmal im Zeitraum 2019-2020 versucht werden, wieder einen Preis für die Verschmutzungsrechte zu erzielen. Doch gestern teilte die Leipziger Energiebörse EEX (European Energy Exchange) mit, dass die laufende Auktion ohnehin abgebrochen wurde, da der Auktionspreis unter dem "Reservepreis" gelegen habe. Die nächsten drei Jahre ohne CO2-Handel sind also eine gute Gelegenheit zum Wunden lecken, wirksame Methoden weiterzuentwickeln und sich von den unwirksamen "Marktinstrumenten" endlich zu verabschieden.

* übersetzt etwa: "Verschrottet das europäische Emissionshandelssystem!"

http://www.heise.de/tp/blogs/2/153793
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