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Eisbären werden verschwinden

Meereswissenschaftler zeigten sich auf Syposium in Kiel besorgt über Ausmaß und Tempo des Klimawandels.

Auf Einladung des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel trafen sich Ende vergangener Woche in der Förderstadt mehrere hundert Experten zum 42. European Marine Biology Symposium (EMBS). Thema waren die Auswirkungen von globalen Umweltveränderungen und insbesondere des Klimawandels auf marine Ökosysteme. Auch in den Weltmeeren sind die Zeichen des Wandels unübersehbar und sein Tempo besorgniserregend. Mit Staunen lauschte die Fachwelt den Nachrichten aus Kanada vom diesjährigen, nie zuvor gesehenen Rückgang des arktischen Meereises.

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„Von allen Ökosystemen im Ozean stehen die ans arktische Eis gebundenen Lebensgemeinschaften am meisten in der Schusslinie, was die globale Erwärmung angeht“, erzählt Ulrich Sommer, Professor für Marine Ökologie am IFM-GEOMAR in Kiel und einer der Koordinatoren der Tagung. „Eisbären und einige Robbenarten werden leider ganz verschwinden oder nur in kleinen, begrenzten Bereichen der Arktis überleben können.“

Auch vor den hiesigen Küsten ist der Klimawandel bereits angekommen: „Wir haben die Daten von vier Zeitreihen in der Nord- und Ostsee seit 1861 ausgewertet und sie zeigen eine deutliche und schnelle Erwärmung des Meerwassers“, berichtete Brian MacKenzie, der am dänischen Institut für Fischereiforschung arbeitet. In den Sommermonaten sei die Oberflächentemperatur zwischen 1985 und 2002 um durchschnittlich 1,4 Grad Celsius gestiegen. Nicht nur Schwertfische und Sardellen seien in dänischen Gewässern gefangen worden, auch andere Arten wie die Meerbarbe oder die Meerbrasse. „Diese Fische kennt man üblicherweise aus dem Mittelmeer oder der Golf von Biskaya“, sagte der Fischereibiologe.

Forschungsprojekte weltweit zeigen, dass die Ökosysteme des Ozeans dabei sind, sich neu zu sortieren. Doch es ist nicht nur das Ausmaß, sondern vor allem die Geschwindigkeit des Wandels, der den Pflanzen und Tieren im Meer zu schaffen macht. „Die Entwicklung ist rasant“, berichtet Joanie Kleypas, amerikanische Expertin für Korallen, „wir beobachten, dass diese sensiblen Organismen wohl in manchen Bereichen des Ozeans der Erwärmung ausweichen können, in dem sie in kältere Gebiete übersiedeln. Was sie aber in viel größerem Maße bedroht, ist die Versauerung.“ Die Aufnahme des vom Menschen ausgestoßenen CO2 durch den Ozean führt zu einer Versauerung des Meerwassers. Diese Veränderung betrifft solch große Bereiche der Weltmeere, das Organismen, die ihre Skelette aus Kalk bilden, vielerorts nicht überleben werden.

„Die angestoßenen Veränderungen mariner Ökosysteme werden sich die nächsten 50 Jahre fortsetzen“, zog Martin Wahl, der am IFM-GEOMAR benthische Ökologie lehrt (Ökologie des Meeresbodens) und einer der Koordinatoren der Tagung war, ein Fazit aus dem Symposium, „es ist unerlässlich, dass wir Emissionen schnell und stark reduzieren, damit die Umweltänderungen nicht so rasant auftreten, dass die Lebensgemeinschaften sich nicht mehr anpassen können.“

(Nach einer Pressemitteilung des IFM/GEOMAR)

Wolfgang Pomrehn03.09.2007
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Kommentare lesen (6 Beiträge)
Es ist soweit
Um Größenordnungen besser
auch nicht besser

 
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