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Energie & Klima News

OECD rügt Biosprit-Subventionen

Die Organisation kritisiert unter anderem negative Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise und Untauglichkeit für umfassende CO2-Einsparungen

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Was durch diverse wissenschaftliche Studien bereits bekannt war, das hat in der letzten Woche auch die "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" (OECD) öffentlich verlautbart: Dass Biosprit keineswegs ein risikoloses Umweltheilmittel ist, sondern dass er erhebliche Nachteile mit sich bringt. Und dass es sehr darauf ankommt, woraus er gewonnen wird. Fazit des OECD-Papiers: die Subventionen, so wie sie jetzt laufen, sollten in Richtung Forschungsförderung verändert werden.

In den USA fließen derzeit mehr als sieben Milliarden Dollar Steuergelder im Jahr an Biosprit-Subventionen – ein großer Teil davon geht an Agro-Konzerne. Und auf dem EU-Energiegipfel im März dieses Jahres wurde eine Quote von 10 % Biosprit-Anteil beim Treibstoffverbrauch festgesetzt, die bis 2020 erfüllt sein soll. Da der Biosprit-Anteil am Treibstoff derzeit bei etwa 1 % liegt, ist auch hier eine kräftige Zugabe von steuerfinanzierten Schmiermitteln zu erwarten.

Allzu optimistische und offenbar nicht ganz unabhängig entstandene Schätzungen, wonach mit Biosprit bis 2050 ¼ des weltweiten Treibstoffbedarfs ersetzt werden könne, korrigiert das OECD-Papier auf höchstens 13 % herunter. Die Abhängigkeit von den Ölstaaten würde eine solche geringe Ersatzquote höchsten etwas lindern, aber nicht signifikant senken.

Neben dem bekannten Kritikpunkt, dass der Biosprit die Lebensmittelpreise vor allem in Drittweltländern hochtreibt, weshalb es in Mexiko bereits zu einer Tortilla-Krise kam, geht das Papier auch auf die vergleichbar geringen positiven Effekte für die CO2-Verringerung ein und stellt fest, dass der in Europa gern zur Biosprit-Erzeugung genutzte Raps unter anderem durch den Energie- und Düngemittelbedarf im Anbau enorm hohe Kosten für die eingesparte Tonne CO2 erzeugt: 545 Dollar in den USA und bis zu 6.000 Dollar in Europa.

Doch was für Raps und Mais gilt, das gilt nicht für Zuckerrohr oder Bioabfall. Bei ersterem besteht allerdings das Risiko, dass für den Anbau Wald abgeholzt wird, der viel CO2 bindet - bei letzterem gibt es noch viel Forschungsbedarf, weshalb das Papier auch die Umleitung von Subventionen in die Wissenschaft nahe legt.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/96032
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