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Die Bahn ist nichtmal mehr umweltfreundlich

Jetzt fällt auch noch die Energiebilanz der Züge schlechter aus als behauptet.

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Jetzt fällt auch noch die Energiebilanz der Züge schlechter aus als behauptet. Und das, nachdem schon streikbereite Lokführer und Heuschrecken-Ängste Bahn-Chef Mehdorn seinen Börsengang versauern. Für den gering ausgelasteten Nahverkehr rechnete das ifo-Institut umgerechnet 7,2 Liter Benzin je 100 Kilometer und Passagier aus. Auf der Bilanzpressekonferenz verkündete Hartmut Mehdorn, der neue ICE verbrauche vollbesetzt pro Passagier auf 100 Kilometer nur so viel Energie wie ein 1-Liter-Auto.

In ihrem Nachhaltigkeitsbericht nennt die Bahn einen schon etwas realistischeren Wert von 2,8 Litern pro 100 Personenkilometer. Aber auch der scheint nicht zu stimmen und vor allem durch geschönte Bilanzen zustande zu kommen. Die FAZ berichtet, dass die Bahn ihre Statistik jeweils 1994-1998 und 1997-2002 nachträglich nach oben korrigiert hatte. Das brachte auf dem Papier bis 2002 13 Prozent mehr Verkehrsleistung (Personen x km) im Fernverkehr und 37 Prozent mehr im Nahverkehr. Ihre Zahlen für den ICE bezieht die Bahn jetzt auf eine angebliche Auslastung von 43 Prozent.

Als Vergleichswert könnte die Statistik der Schweizerischen Bundesbahnen näher an der Wahrheit liegen. Erstens soll sie nicht an die Börse gebracht werden und zweitens wird dort 1,7 Mal so viel Bahn gefahren wie in Deutschland. Deutsche Werte müssten also eigentlich niedriger liegen. Die SBB geben ihre Fernverkehrs-Auslastung 2004 mit 28 Prozent an (DB meldet 43 Prozent), der SBB-Nahverkehr liegt bei 17 Prozent (DB meldet 21 Prozent). Um einen realistischen Energieverbrauch der ICEs auszurechnen, muss man noch die Berechnung des ifo-Instituts berücksichtigen, wonach Passagiere der Bahn im Mittel 14 Prozent mehr Kilometer zurücklegen müssen als bei einer direkten Autofahrt. Denn die Bahn fährt nicht von Haustür zu Haustür. Würde die Deutsche Bundesbahn nicht im Vorfeld des Börsengangs mit ihren ungewöhnlich hohen Auslastungszahlen rechnen, sondern den schweizer Werten vergleichbar ansetzen, so läge der Energieverbrauch im Fernverkehr der DB je Passagier und 100 Kilometer letztendlich bei 5 Litern. Vergleichbar einem PKW, der keine Beifahrer mitnimmt.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/98353
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