Home
Politik
Wissenschaft
Energie & Klima
-[E-News]
-Wochenschau
-Energie-Rechner
Kultur
Medien
Magazin
Anzeige
__tophits__

Energiekonzerne bremsen Offshore-Windkraft aus

Umfrage: Deutschen wollen Erneuerbare Energien

Interaktiver Sicherheitscheck für Atomkraftwerke

Der Atomkuchen weckt Begehrlichkeiten

US-Regierung vertagt die Endlagerfrage

Von Krise keine Spur

Obama setzt auf Atomenergie

Wachstum des Wachstums

__tophits__

Februar 2010 (11)

Januar 2010 (36)

Dezember 2009 (63)

November 2009 (44)

Oktober 2009 (31)

September 2009 (31)

August 2009 (22)

Juli 2009 (38)

Juni 2009 (23)

Mai 2009 (26)

E-News

Klimakolonialismus

Guyana will seinen Regenwald loswerden

Die Guyana-Region ist dreigeteilt: In die ehemalige Kolonie britisch Guyana, das frühere niederländisch Guyana, das heute Surinam heißt, und französisch Guyana, wo die EU-Bananen herkommen. 1966 wurde der britische Teil unter dem Namen "Guyana" unabhängig, seit 1989 führt das Land einen bisher erfolglosen neoliberalen Kurs.

Anzeige

Der derzeitige Präsident, Bharrat Jagdeo, der der indischstämmigen Bevölkerungsmehrheit angehört, machte der britischen Regierung nun über den Independent ein außergewöhnliches Angebot: Ein internationales Gremium unter britischer Führung soll ein ca. 170.000 Quadratkilometer großes Stück Regenwald verwalten. Als Modell schwebt dem Präsidenten das existierende Schutzgebiet Iwokrama vor – mit Ökotourismus, Schmetterlingsfarmen und als Wildhüter angestellten Makushi-Indianern. Das betroffene Regenwaldgebiet ist fast so groß wie das Vereinigte Königreich. Früher war es so unzugänglich, dass dorthin entlaufene Sklaven eigene Kleinstaaten bilden und afrikanische Sprach- und Kulturelemente pflegen konnten. Heute gibt es dank moderner Technologie auch für diese Gebiete Interessenten, die sich für den Abbau von Holz und Bodenschätzen interessieren. Dieser Abbau hat allerdings den Nachteil, dass er in solch wirtschaftlicher Weise durchgeführt wird, dass dort, wo vorher Regenwald stand, nachher keiner mehr steht. Das wiederum bedeutet eine Externalisierung von Kosten zu Lasten des Weltklimas, weil die nicht mehr vorhandenen Bäume kein Kohlendioxid mehr absorbieren können. Wenn sie abgebrannt werden, setzen Regenwälder auch beträchtliche Mengen an Kohlendioxid frei - man schätzt, dass etwa 1/5 des weltweiten Ausstoßes auf dieses Konto gehen. Was Guyana sonst von Konzernen für die Ausbeutung von Holz und Bodenschätzen bekommen würde, dass will Jagdeo von der britischen Regierung: Als Ausgleich für die Verwaltungsrechte soll Großbritannien Guyana finanzielle Hilfen für die Entwicklung einer "nachhaltigen" Ökonomie zahlen. Jagdeo bemerkte, dass der Markt derzeit keinen Anreiz biete, den Regenwald zu schützen, weshalb er staatlich geschützt werden müsse. Guyana allein könne das nicht leisten, weshalb das Land einen "Partner" suche: "Wir können den Regenwald gegen die Erderwärmung einsetzen und mit der Unterstützung Großbritanniens müssten wir damit nicht die Entwicklung Guyanas hindern."

Ob das Angebot dem sparsamen Schotten an der britischen Regierungsspitze schmecken wird ist allerdings fraglich: Der Handel brächte zwar Anfangs etwas PR-Gewinn, aber zu den Hilfen für die Wirtschaft Guyanas, die sich leicht als Fass ohne Boden entpuppen könnten, kämen möglicherweise auch erhebliche Kosten für den "nachhaltigen" Betrieb des Regenwaldes. Riskant wäre die Sache unter anderem auch deshalb, weil die Zugehörigkeit des Gebietsteils, der westlich des Essequibo-Flusses liegt, zwischen Guyana und Venezuela umstritten ist - was Großbritannien in einen potentiellen Konflikt mit dem kolonialismusempfindlichen Hugo Chávez treiben könnte. Die Gebietsstreitigkeiten mit Surinam, die vor sieben Jahren in bewaffneten Auseinandersetzungen um eine Ölplattform gipfelten, wurden dagegen im September dieses Jahres mit einem Teilungskompromiss beigelegt.

Bild 1 [400 x 414 Pixel @ 34 KB]
Vegetation in Guyana. Bild: CIA

Peter Muehlbauer25.11.2007
Meldung drucken Meldung versenden

Kommentare lesen (2 Beiträge)
Oder wie wäre es
Warum nicht dem in Petrodollars...

 
__topforum__

Vom Verschwinden des Lohnabstands

Die ALGII-Regelsätze reichen nicht für ein menschenwürdiges Leben!(Update)

"Waterboarding" als Erziehungsinstrument für Vorschulkind

Kirche und sexueller Missbrauch

Berechnungssätze verfassungswidrig

Drei Viertel aller Abhörmaßnahmen entsprechen nicht den gesetzlichen Anforderungen

__tophits__

Vom Verschwinden des Lohnabstands

Deadly Weapons

Drei Viertel aller Abhörmaßnahmen entsprechen nicht den gesetzlichen Anforderungen

Der Chef der Vatikanbank kennt die Ursache der Finanzkrise

Dem Phantom Bin Laden auf der Spur

 
   
 Copyright © Heise Zeitschriften Verlag Datenschutzhinweis Mediadaten Impressum Kontakt