e
Energie & Klima News

Studie erteilt Hamburger Kohlekraftwerk harrsche Abfuhr

Eine im Auftrag des BUND zum geplanten Neubau des Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg verfasste Studie bezweifelt den ökologischen wie wirtschaftlichen Nutzen des Kraftwerks.

  • drucken
  • versenden

Eine heute veröffentlichte Studie, die im Auftrag des BUND zum geplanten Neubau des Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg verfasst wurde, bezweifelt den ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen des Kraftwerks. Das Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) und das Arrhenius Institut für Energie- und Klimapolitik aus Hamburg haben das Kraftwerk anhand von Ökobilanzen klima- und umweltpolitisch eingeordnet. In dem Bericht heißt es:

  • „Das Kraftwerk ist wesentlich klimaschädlicher als viele andere Kraftwerke, es passt nicht in die zukünftigen Erzeugungsstrukturen eines auf Energieeffizienz und erneuerbaren Energien beruhenden Energiesystems,
  • es ist insgesamt ökologisch und wirtschaftlich fragwürdig, und
  • es gibt sinnvollere und – auch kostenseitig – tragfähige Alternativen.“
Die Potenziale für erneuerbare Energien, Stromsparmaßnahmen und Kraft-Wärme-Kopplung in Hamburg würden ausreichen, um den gesamten Energiebedarf der Großstadt abzudecken. Zudem seien die Kosten der Alternative betriebs- und gesamtwirtschaftlich gesehen günstiger. Die Studie, die ab Dienstag auf der Webseite des Arrhenius-Instituts erscheint, wendet sich nicht nur gegen das umstrittene Kraftwerk in Hamburgs Süden, sondern hält insgesamt die Stromerzeugung in großen Steinkohle-Kondensationskraftwerken für „vergleichsweise ineffizient“. Zudem würden diese „signifikante Mengen an Treibhausgasen“ erzeugen.

Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung des Senats hatte noch vom „klimafreundlichsten Kraftwerk der Welt“ gesprochen. Das Bericht bestreitet dieses Aussage vehement. Die Institute schlagen vor, den Strombedarf der Stadt Hamburg (rund 12 Terawattstunden) durch einen Energiemix zu gewährleisten. Konkret durch

  • „Reduzierung des jährlichen Energieverbrauchs durch Effizienzmaßnahmen um 3,5 Terawattstunden,
  • Ausschöpfung des bis 2030 erschließbaren Potenzials an erneuerbaren Energien in der Metropolregion: 1,6 Terawattstunden pro Jahr,
  • Nutzung von Offshore-Windstrom und Import-Solarstrom in Höhe von 1,8 Terawattstunden pro Jahr,
  • Bau eines 650 Megawatt Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes mit Kraft-Wärme-Kopplung auf Erdgasbasis zur Erzeugung von 4 Terawattstunden Strom pro Jahr,
  • Bau von dezentralen Erdgas-Blockheizkraftwerken für kleinere Nahwärmenetze und industriellen Wärmebedarf mit einer elektrischen Stromerzeugung von 1 Terawattstunde.“

http://www.heise.de/tp/blogs/2/99552
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS