Studie erteilt Hamburger Kohlekraftwerk harrsche Abfuhr
Eine im Auftrag des BUND zum geplanten Neubau des Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg verfasste Studie bezweifelt den ökologischen wie wirtschaftlichen Nutzen des Kraftwerks.
Eine heute veröffentlichte Studie, die im Auftrag des BUND zum geplanten Neubau des Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg verfasst wurde, bezweifelt den ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen des Kraftwerks. Das Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) und das Arrhenius Institut für Energie- und Klimapolitik aus Hamburg haben das Kraftwerk anhand von Ökobilanzen klima- und umweltpolitisch eingeordnet. In dem Bericht heißt es:
- „Das Kraftwerk ist wesentlich klimaschädlicher als viele andere Kraftwerke, es passt nicht in die zukünftigen Erzeugungsstrukturen eines auf Energieeffizienz und erneuerbaren Energien beruhenden Energiesystems,
- es ist insgesamt ökologisch und wirtschaftlich fragwürdig, und
- es gibt sinnvollere und – auch kostenseitig – tragfähige Alternativen.“
Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung des Senats hatte noch vom „klimafreundlichsten Kraftwerk der Welt“ gesprochen. Das Bericht bestreitet dieses Aussage vehement. Die Institute schlagen vor, den Strombedarf der Stadt Hamburg (rund 12 Terawattstunden) durch einen Energiemix zu gewährleisten. Konkret durch
- „Reduzierung des jährlichen Energieverbrauchs durch Effizienzmaßnahmen um 3,5 Terawattstunden,
- Ausschöpfung des bis 2030 erschließbaren Potenzials an erneuerbaren Energien in der Metropolregion: 1,6 Terawattstunden pro Jahr,
- Nutzung von Offshore-Windstrom und Import-Solarstrom in Höhe von 1,8 Terawattstunden pro Jahr,
- Bau eines 650 Megawatt Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes mit Kraft-Wärme-Kopplung auf Erdgasbasis zur Erzeugung von 4 Terawattstunden Strom pro Jahr,
- Bau von dezentralen Erdgas-Blockheizkraftwerken für kleinere Nahwärmenetze und industriellen Wärmebedarf mit einer elektrischen Stromerzeugung von 1 Terawattstunde.“
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