Der materielle Wohlstand wird sinken ...

Nur das Wann hängt von der Bevölkerung ab

Bald wird niemand mehr über den Klimawandel sprechen, weil die prekäre Energieversorgung Hauptthema geworden sein wird. Davon ist Dennis Meadows, der Herausgeber des 1972er Berichts des Club of Rome über "Die Grenzen des Wachstums[1]" überzeugt. Im Interview[2] mit der schweizer Energiestiftung sagt er, dass die grundsätzlichen Schlussfolgerungen von damals unverändert gelten. Doch sei der Zeithorizont erheblich kürzer geworden, weil wir uns auf die Ressourcengrenze zubewegen. Wirtschaftskrisen seien dabei nur Symptome. Der Ansatz der Politik[3], weiter auf Wachstum zu setzen, sei falsch, da Bevölkerungswachstum und unser hoher Lebensstandard das Problem seien.

Die Parole, nachhaltiges Wachstum sei möglich, hält Meadows für paradox und einen Widerspruch in sich, sie werde von Leuten gebraucht, die von den wirklichen Problemen ablenken wollen. Der materielle Wohlstand werde "mit absoluter Sicherheit" sinken, nur das Wann hänge vom Verhalten der Bevölkerung ab. Auch die Fixierung auf Großtechnologien zur Sicherstellung der zukünftigen Energieversorgung, ob mit neuen Kernkraft- oder Großprojekten wie Desertec, seien keine Lösung. Sie würden lediglich gebaut, weil sie den bestehenden Strukturen entsprechen, Unternehmen wollten nun mal in Großprojekte investieren, um die Kontrolle darüber zu haben.

Matthias Brake, 04.11.2009

Links:
  [1] http://www.csiro.au/files/files/plje.pdf
  [2] http://www.energiestiftung.ch/files/textdateien/aktuell/magazine/EU_Nr3_2009_web.pdf
  [3] http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/919/314815/text

News URL: http://www.heise.de/tp/blogs/2/146484