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Die risikofreien Designer-Babys kommen

In Großbritannien wurde erneut ein Gentest für Embryos bei der künstlichen Befruchtung genehmigt, mit dem man einen Schritt weiter auf das risikofreie Kind geht.

In Großbritannien hat ein Paar die Genehmigung von der Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA)erhalten, wie die Times berichtet, Embryos vor dem Einpflanzen in die Gebärmutter bei einer künstlichen Reproduktion auf ein Gen zu testen, das zu hohen Cholesterin-Werten und damit zu einem erhöhten Risiko führen kann, einen Herzinfarkt zu erhalten. Dabei handelt es sich um eine an sich seltene Erbkrankheit (1:250.000), die familiäre Hypercholesterinämie, an der Kinder schon oft in frühem Alter sterben. Allerdings kann mit dem Gentest auch eine leichtere Form erkannt werden, die gut behandelt werden kann, aber häufiger vorkommt (1:500). Bislang wurde die Präimplantationsdiagnostik (PID) nur erlaubt, wenn ein Gen unweigerlich oder zumindest mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine schwere Krankheit mit sich bringt.

Kritiker sagen daher, dass mit den Gentest Embryonen getötet werden, die eine gute Lebenschance haben würden (falls sie denn im Zuge der IVF überhaupt in die Gebärmutter eingesetzt werden und nicht sowieso überschüssig sind). Zudem könnte ein moralisches Dilemma entstehen, wenn alle Embryos bei der künstlichen Befruchtung die Genveränderung aufweisen. Will eine Frau oder ein Paar, das weiß, dass das künftige Kind ein erhöhtes Infarktrisiko hat, dieses noch bekommen?

Die Eltern, die nun die Genehmigung für eine PID erhielten, haben beide die harmlosere Form der Erbkrankheit. Ein Sohn ist davon nicht betroffen, eine Tochter hat die Hypercholesterinämie, weswegen sie auch erst entdeckt haben, dass sie Träger der Erbkrankheit sind und neue Kinder womöglich auch die schlimme Version der Krankheit haben können.

Um einen "Missbrauch" zu verhndern, will die HFEA eine PID für Paare nicht genehmigen, bei denen nur ein Partner Träger der Erbkrankheit ist. Gleichwohl dürfte mit jeder zusätzlichen Entscheidung, die das Spektrum erweitert, ein Schritt weiter in Richtung auf Selektion von Embryonen erfolgen, die von bekannten genetischen Risiken frei sind. Und man kann erwarten, dass dann, wenn die Schere zwischen natürlicher und künstlicher Befruchtung weiter aufgeht, dass mehr Paare sich für die künstliche Befruchtung entscheiden werden, um möglichst gesunde Kinder zu bekommen. Schließlich steigt Schritt für Schritt auch die Verantwortung der Erzeuger für ihr Kind, wenn sie bewusst nicht dafür sorgen, dass für es bekannte Risiken ausgeschlossen werden. Wenn eine Gesellschaft Rauchen in geschlossenen Räumen verbietet oder das Anlegen von Sicherheitsgurten vorschreibt, wird es mehr und mehr verpönt werden, vermeidbare und bekannte Risiken einzugehen.

Florian Rötzer15.12.2007
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Kommentare lesen (12 Beiträge)
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