Eine der ältesten menschlichen Körpererweiterungen
Warum frühgeschichtliche Finnen die Schlittschuhe erfanden
Aus Tierknochen gefertigte Schlittschuhe finden sich an mehreren archäologischen Fundstätten in Mittel- und Nordeuropa. Die Funde legen nahe, dass der Mensch diese Körpererweiterung bereits vor mehr als 5.000 Jahren nutzte. Rätselhaft war allerdings, wie es zur Erfindung der Schlittschuhe kam und wozu sie hauptsächlich genutzt wurden.
Nun veröffentlichten Federico Formenti und Alberto Minetti in der Zeitschrift Biological Journal of the Linnean Society of London einen Aufsatz, in dem sie argumentieren, dass die Erfindung in Südfinnland gemacht wurde - einem Gebiet, das die höchste Seendichte der Welt aufweist.
Um die Hypothese zu testen, dass die Schlittschuhe im vorgeschichtlichen Finnland zu einer erheblichen Kalorieneinsparung führen und so helfen konnten, die strengen Winter auch bei Nahrungsknappheit zu überleben, machten die beiden Italiener Experimente mit Eisläufern, deren Energieverbrauch sie durch Messgeräte ermittelten. Die so gewonnenen Daten verwendeten sie für die Computersimulation vorgeschichtlicher winterlicher Bewegungsprofile, welche unter anderem die Notwendigkeit von Jagden berücksichtigten. So kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Erfindung den Energiebedarf in Südfinnland um 10% verringern konnte. Für andere Gebieten mit einer geringeren Seendichte hätte die Energieeinsparung dagegen nur bei 1% gelegen.
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