m
29.12.2007Übermensch
Nachrichten über die Verbesserung, Erweiterung und Ablösung des Menschen

Mittel gegen Leberfibrose und -zirrhose gefunden

Behandlung verhindert oder heilt Leberentzündungen, auch schwere Trinker könnte auf eine Pille hoffen.

  • drucken
  • versenden

Wissenschaftler an der Medizinischen Hochschule der Universität von Kalifornien in San Diego haben eine Möglichkeit entdeckt, Lebererkrankungen zu stoppen und rückgängig zu machen. In ihrem Bericht in der Open Access-Zeitschrift PLoS One schreiben die Wissenschaftler, dass sie eine Möglichkeit gefunden haben könnten, wie die durch Lebenzirrhose aufgrund von übermäßigem Alkoholkonsum oder Leberfibrose aufgrund von Hepatitis entstehenden Vernarbungen im Bindegewebe der Leber behandelt oder verhindert werden könnten. Dabei erzeugen die Sternzellen als Wundheilungsreaktion übermäßig Kollagen, das die Leber allmählich verhärtet.

Die Hypothese der Wissenschaftler war, dass das Eiweiß RSK entscheidend zur Veränderung der Sternzellen zu hepatischen Sternzellen (HSC) beiträgt, so dass sie vermehrt Kollagen produzieren. Bei den Versuchen wurde Mäusen 12 bis 16 Wochen lang Hepatotoxin CCl4 in die Bauchhöhle injiziert. Bei Mäusen, die ein transgenes Protein besaßen, das die Bildung von RSK blockiert und so zum Zelltod (Apoptosis) der hepatischen Sternzellen führt, war keine Leberfibrose nachzuweisen. Sie entwickelten sich normal, waren fruchtbar und hatten auch eine normale Lebenserwartung. Die Mäuse der "normalen" Kontrollgruppe entwickelten hingegen wie Menschen zunächst Leberfibrose und dann Leberzirrhose. Erhielten Mäuse, bei denen sich bereits eine Leberfibrose durch das Hepatotoxin CCl4 entwickelt hat, in der 8. Woche den RSK-Blocker, so wurde die Bildung von Kollagen ab der 12. oder 16. Woche gestoppt. Mäuse mit dem transgenen Protein sind resistent gegenüber Leberentzündungen. Durch die aktiv verursachte Apoptose der überaktiven Sternzellen kann offenbar auch eine Heilung der Leben bewirkt werden.

Alles in allem scheint damit eine Möglichkeit gefunden zu sein, wie man gefährliche Lebererkrankungen stoppen oder auch verhindern kann. Wäre die Behandlung auch für Menschen möglich und wirksam, so wäre vorstellbar, dass man die Leben schädigende Wirkung von Alkohol durch die Einnahme von Medikamenten unterbinden kann. Zudem ließe sich verhindern, dass die Weiterentwicklung der Leberfibrose zu Krebs führt. Weltweit sterben 800.000 Menschen an Leberzirrhose.

http://www.heise.de/tp/blogs/3/101112
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS