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Longos Leben

"Nicht so kompliziert": Menschen sollen künftig 800 Jahre länger leben

Valter Longo, so steht es im Independent, ist einer aus dem kleinen, "aber einflussreichen" Kreis von Wissenschaftlern, die glauben, dass ein 800 Jahre langes Leben "nicht nur möglich ist, sondern gar unvermeidlich".

Eine neue Studie des Gerontologen der University of Southern California, die im Laufe dieser Woche im Fachjournal Public Library of Science Genetics erscheinen soll, zeigt bemerkenswerte Fortschritte der Lebensverlängerung von Hefezellen. Durch die Zerstörung zweier Gene (RAS2 und SCH9) im Genom der Hefezellen und die Verabreichung kalorienarmer Nahrung konnte ihre Lebensdauer um das zehnfache verlängert werden.

Auch wenn es zwischen Hefe und Menschen einige Unterschiede gibt, so ist Longo prinzipiell und auf lange Sicht optimistisch:

"Wenn wir herausfinden, wie der Mechanimus für langes Leben funktioniert, dann kann er auf jede Zelle in jedem lebenden Organismus übertragen werden."

Nach Longos Überzeugung ist es nicht so kompliziert, ein Alter von 120 Jahren zu erreichen und gesund zu bleiben; ab einem bestimmten Punkt sei es sogar auch möglich, dass Menschen 800 Jahre alt würden, an eine Obergrenze glaubt er in ferner Zukunft zumindest nicht:

"We're very, very far from making a person live to 800 years of age. I don't think it's going to be very complicated to get to 120 and remain healthy, but at a certain point I think it will be possible to get people to live to 800. I don't think there is an upper limit to the life of any organism."

Wissenschaftskollegen stufen Longos Optimismus allerdings als eine arg arrogante Haltung ein, die - wie schon der Name Longo und die Methusalem-Figur Lazarus Long des Sci-Fi-Autors Robert A. Henlein? - mehr Berührungspunkte mit Science Fiction als mit echter Science habe. Das behauptet beispielsweise Robin Holliday, Gerontologe und Buchautor, gegenüber der britischen Zeitung. Longo ignoriere zum einen eine immense Fachliteratur über Altersforschung und zum anderen eine enorme Menge an Informationen über altersbedingte Krankheiten, faktisch alle Empirie:

"An immense hinterland of biomedicine suggests that death at a maximum age of about 125 is inevitable."

Professor Longo stören Einwände der Kollegen nicht weiter. Seiner Ansicht nach spricht vieles, so etwa die Evolution, dafür, dass Alter und Tod programmiert sind. Und im Gegensatz zum alteingessenen Fernsehzuschauer geht Longo davon aus, dass sich Programme ändern lassen. Zum Besseren.

Thomas Pany24.01.2008
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