Die Serotoninmangel-Hypothese hilft der Wissenschaft nicht weiter.
Mit Erfindung der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wurde die Hypothese geboren, dass ein Mangel an Serotonin im Gehirn unweigerlich zu Depressionen führt. Oder war es umgekehrt? US-Wissenschaftler haben jedenfalls in einem Aufsatz unlängst gezeigt, dass für diese beliebte Depressions-Hypothese wenig wissenschaftliche Unterstützung existiert. Eher hat die Werbung der Pharma-Industrie für Prozac & Co. zur Verbreitung dieser Lehrmeinung beigetragen. SSRIs sind heute in Deutschland und weltweit die am häufigsten verschriebenen Antidepressiva. Das "Problem" ist: sie wirken. Genauer formuliert: sie wirken relativ oft, aber nicht unbedingt besser als Placebo. Und es ist durchaus möglich mit einem niedrigen Serotonin-Level zu leben, ohne an einer Depression zu erkranken. Und so selektiv, wie ihr Name suggeriert, wirken die Medikamente auf den Neurotransmitter-Haushalt nicht.
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