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Sex für unterprivilegierte Übermenschen

KI-Forscher prophezeit Puppen große Zukunft

Sex mit Robotern verhilft dem britischen Buchautoren und Spezialisten für AI, David Levy zu kontinentübergreifender Prominenz und wahrscheinlich auch zu guten Buchverkäufen.

Während sich manche an seiner These reiben, die gegen überkommene Sentimentalität gerichtet ist und aus einer einfachen plakativen Provokationsgeste heraus behauptet, dass sich Menschen "bis zum Jahr 2050" in Roboter verlieben und sie vielleicht gar ehelichen werden, hat eine andere Behauptung Levys zunächst einmal mehr Pausibilität und Problemlösungspotenz: In einem Artikel, der kürzlich im Magazin "American Sexuality" erschienen ist, stellt Levy die These auf, dass die sexuelle Zukunft einiger Bevölkerungsschichten in den Händen jener Ingenieure und Puppenbauer liegt, die Sexroboter entwickeln.

"(...)Sex zwischen zwei Menschen wird niemals verschwinden, weil er überholt ist. Ich bin aber davon überzeugt, dass Robotersex das einzige sexuelle Ventil für einige Teile der Bevölkerung sein wird: für die Sonderlinge und Unangepassten, die sehr Schüchternen, die sexuell Unzulänglichen und in dieser Hinsicht schwer Erziehbaren."

Man möchte diesen "Benachteiligten" und beinahe schon jene größere Gruppe hinzufügen, deren Armut in vielerlei Hinsicht ein Hindernis für sexuelle Kontakte ist, bis sich im Laufe der Argumentation Levys herausstellt, dass seine Lösung wohl nur für die Begüterten praktikabel ist. Der Widerstand gegen Sex mit Robotern mag in psychologischer Sicht zwar bald kein Hindernis mehr sein – Levy zeigt, wie Jahrhunderte alte Tabus, etwa Masturbation, Oralsex und Homosexualität, schließlich von breiten Schichten der Gesellschaft als "normal" akzeptiert worden sind. Und Sex mit Robotern kann, worauf die Analyse Levys hinaus will, einfache Grundbedürfnisse auf anspruchsvollere technische Art erfüllen. Aber die Technik und die Sex Dolls, die Levy als Vorläufer künftiger "Sexbots" erwähnt, haben hohe Preise, die nur von einer kleineren Anzahl Privilegierter bezahlt werden können. Der mit großer Emphase propagierte Sex mit Maschinen als Lösung von Beziehungsproblemen ist so gesehen nur teurer käuflicher Sex in etwas anderer Form.

Die wahrscheinlich billigere Variante spricht der Fachmann für Artificial Intelligence leider nicht an: Computerprogramme, die ohne teuren Hardware- und Puppenzauber die entsprechenden Stellen im Gehirn direkt ansprechen und den Pleasure Dome virtuell für alle bereitstellen.(tpa)

Thomas Pany30.01.2008
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