Fortschrittsbremse Religion
Eine Umfrage deckt auf: Nanotechnologie kämpft mit religiösen Vorbehalten
Die Unterschiede sind gewaltig: Während in Frankreich 72,1 Prozent und auch in Deutschland immerhin noch 62,7 Prozent der Befragten der Nanotechnologie keinerlei moralische Bedenken entgegenbringen, teilen sie diese Meinung nur mit 29,5 Prozent der Amerikaner. Der Rest hingegen sieht das anders: Sie sehen Nanotechnologie einer Umfrage von Dietram Scheufele, Professor für Life Sciences Communication an der Universität von Wisconsin-Madison, ähnlichen kritisch wie Biotechnologie und Stammzellenforschung. Wissenschaftlern, die auf diesen Gebieten forschen, wird aus jener Gruppe heraus vorgeworfen, "Gott zu spielen".
Laut Scheufele finden sich in dieser Gruppe keineswegs nur Personen, die mit dem Begriff nichts anfangen konnten. Im Gegenteil: Die beantworteten Fragebögen sprechen seiner Ansicht nach dafür, dass die Mehrzahl der Umfrageteilnehmer sogar überdurchschnittlich informiert war. „Das Problem ist also nicht, die Leute aufzuklären. Sie sind informiert, und lehnen die Technologie dennoch ab“, so Scheufele. Die Ursache für diese Vorbehalte sieht er im Einfluss der Religion und ihrer Bedeutung für den amerikanischen Alltag. Demgegenüber sei in Europa ein sachlicherer Umgang mit Technologiethemen möglich. Das Ziel für die Wissenschaft müsse jetzt sein, Nanotechnologie besser zu erklären und in einen Kontext mit anderen Forschungsfeldern zu setzen.
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