Humanoider Roboter soll wie ein Kind Sprache lernen
Ein EU-Forschungsprojekt versucht einen neuen Ansatz in der Robotik.
In einem fünfjährigen Forschungsprojekt hat ein europäisches Wissenschaftlerteams mit EU-Geldern einen humanoiden Roboter (iCub) entwickelt, der körperlich und mental einem Kind gleichen soll. Deswegen ist iCub ziemlich gelenkig, kann auch krabbeln und ist nicht ganz einen Meter groß. Einige seiner Fähigkeiten sind "angeboren" und fest programmiert, andere sollen durch Lernen erworben und perfektioniert werden. Das betrifft nicht nur Bewegung und Wahrnehmung, sondern vor allem auch die mögliche Interaktion mit Menschen, weswegen iCub auf Töne, Bewegungen, menschliche Gesichter und Blicke anspringt.
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| Kindroboter iCub. Bild: Robotcup |
Nächstes Jahr im März wird iCub an die University of Plymouth kommen, nachdem ein europäisches Team unter deren Leitung eine Förderung von 6 Millionen für das auf vier Jahre angelegte ITALK-Projekt (Integration and Transfer of Action and Language Knowledge in Robots) erhalten hat. Ziel des Projekts, das am 1. März gestartet wurde, ist es, dem "Roboterkind" das Sprechen auf die Weise beizubringen, wie Eltern dies mit ihren Kindern machen.
Mit Experten für Sprachentwicklung sollen Interaktions-Experimente durchgeführt werden, indem der Roboter etwa lernt, Objekte in bestimmten Formen in entsprechend geformte Löcher einer Schachtel zustecken und dann den Namen und die Handlung nachzusagen, um so einfache Sätze wie "Roboter hat Stock auf Würfel gesteckt" zu sagen. Erfahren will man dabei, welche wissenschaftlichen und technischen Eigenschaften beim Bau eines humanoiden Roboter notwendig sind, damit er "komplexes Verhaltens-, Denk- und Kommunikationsweisen durch individuelles und soziales Lernen erwirbt", wie Angelo Cangelosi, Professor für KI an der University of Plymouth sagt. Das sind hoch gesteckte Ziele, aber versuchen kann man es ja mal. Fraglich ist allerdings, ob der Roboter, der lernen und sich wie ein Kind entwickeln soll, auch wie ein Kind aussehen und bewegen soll. Aber das verdankt sich vielleicht dem Konzept der verkörperten Intelligenz.
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