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Tod durch Bloggen?

Die Informationsarbeiter des Web 2.0; Always on wie das Internet.

Die neuen Aufmerksamkeitstools von Web 2.0 haben nach einem Artikel der New York Times ihre Kehrseite. So sollen Blogger lange und bis zur Erschöpfung arbeiten, wenn sie Geld oder Aufmerksamkeit als Karrieresprung anvisieren. Da sie mitunter, bezahlt nach Postings wie am Fließband, rund um die Uhr arbeiten müssen, würden auch schon die ersten Todesopfer zu beklagen sein. Tausende, wenn nicht Zehntausende würden wohl in den USA für Geld bloggen und so zu den Informationsarbeitern der “pay-per-click”-Ökonomie gehören.

Es ist eine wachsende Schar von Heimarbeitern und Unternehmern, die im digitalen Zeitalter für den kontinuierlichen Strom an Informationen und News sorgen, verführt von der Hoffnung, ein Ding zu landen, und gejagt von der nimmermüden Konkurrenz, meint die New York Times und weist auf zwei Todesfälle von Bloggern in der letzten Zeit hin. Zudem würden viele von gesundheitlichen Problemen berichten: Gewichtsverlust oder –zunahme, Schlafstörungen, Erschöpfung und manch anderes Problem. Man könne zwar noch nicht offiziell vom Tod durch Bloggen oder von einer Epidemie sprechen, aber der Stress nehme auch bei denen zu, die für ihre Arbeit gut bezahlt werden.

Insgesamt habe sich die Arbeit nicht nur bei Bloggern, sondern auch bei vielen Angestellten verändert, da man nun überall und jederzeit arbeiten könne und flexibler denn je geworden sei. Manche Obsessiven würden schon gar nicht mehr das Haus verlassen: Always on wie das Internet.

Einige wenige Blogger können über 100000 Dollar das Jahr oder gar den Monat verdienen, manche einige Zehntausend im Jahr, was reicht, um zu überleben, viele aber auch gerade einmal 1000 Dollar im Monat. Eines der Probleme ist der Zeitdruck, also dass man möglichst nicht nur schnell, sondern auch der erste ist, der eine Information postet und sich damit die Links, die Klicks und die Werbung schnappt: "There’s no time ever — including when you’re sleeping — when you’re not worried about missing a story", sagt Michael Arrington, Gründer und Mitherausgeber von TechCrunch.

Ein Mitblogger von Gizmodo erklärt die Lust an der Selbstausbeutung so: "The fact I have a few thousand people a day reading what I write — that’s kind of cool."

Florian Rötzer07.04.2008
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Kommentare lesen (9 Beiträge)
Ironisch genug?
Jetzt mal ehrlich...
Und ich dachte, ich wäre ironisch genug gewesen...

 
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