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08.04.2008Übermensch
Nachrichten über die Verbesserung, Erweiterung und Ablösung des Menschen

Junge Männer zunehmend geplagt von Dysmorphophobie?

Männermagazine werden von Psychologen dafür verantwortlich gemacht, dass junge Männer exzessiv in die Fitnessstudios zur Perfektionierung ihres Körperbildes gehen.

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Immer heißt es, dass Mädchen und Frauen von den Bildern ihrer Geschlechtsgenossinnen mit perfekten Körpern unter Zwang gesetzt würden, sich diesen Vorbildern anzupassen, um mithalten zu können. Von den Strategien, sich her- und zuzurichten leben viele Frauenzeitschriften, vor allem aber die Mode- und Schönheitsindustrie.

Der britische Psychologe David Giles von der University of Winchester sieht nun verstärkt die jungen Männer unter Druck, sich medial aufbereiteten Körpern anzupassen. Das dürfte zwar nicht wirklich neu sein, wenn es um Kleidung, Haare und muskulösem Körper geht, aber der Schönheitsmarkt für Männer scheint von der Kosmetik bis hin zur Chirurgie dennoch zu wachsen.

Für Giles werden jetzt die jungen Männer von Magazinen wie Nuts, Loaded and FHM, die auf sie und ihren Lebensstil zugeschnitten sind, ins Visier genommen. Männermagazine enthalten zwar auch oft Bilder von mehr oder weniger bekleideten Frauen, gefährlicher seien aber die Bilder von den meist durchtrainierten Männerkörpern. Regelmäßige Leser würden denn auch häufiger bis zum Exzess ihren Körper stylen, auch wenn dies ihrer Gesundheit schadet, um als Geschlechtspartner attraktiv zu werden(andere junge Männer werden sich womöglich die entsprechenden Magazine gar nicht erst kaufen).

Mit seiner Kollegin Jessica Close hat er 161 Männer zwischen 18 und 36 Jahren befragt und dabei eben festgestellt, dass die Leser der Magazine stärker von den dort abgedruckten Bilder beeinflusst werden. Zudem würden sie auch eher anabolen Steroiden greifen, um das Body-Enhancement zu beschleunigen und zu verstärken. Als schön und attraktiv würden in den typischen Magazinen die männlichen Körper dargestellt, die möglichst muskulös sind. Das würden die Männer internalisieren, mit ihrem Körper unzufrieden werden und gelegentlich verzweifelt versuchen, ihn für die Bühne der sexuellen und medialen Selektion herzurichten. Das betreffe vor allem die Singles unter den Männern, die ja auf Brautschau sind, während die Männer mit einer Beziehung weniger davon betroffen sind. Möglicherweise haben sie aber auch nur weniger Zeit, in Fitnesszentren zu gehen und ihrer "Anorexia Athletica", auch "compulsive exercising disorder" genannt, zu frönen.

Eher aber handelt es sich um die Body Dysmorphic Disorder (BDD) oder, auf deutsch noch furchtbarer: die Dysmorphophobie. Damit sind Menschen, gleichermaßen Männer und Frauen meist jüngeren Alters gemeint, die obsessiv aus einem Ungenügen an ihrem Körper heraus damit beschäftigt sind, diesen einem Idealbild durch körperliche Übungen, Diät und andere Exerzitien anzupassen. Man könnte auch sagen, sie sind süchtig, weil sie den Idealzustand nie erreichen und so ständig bis zum Umfallen wie eine Maus im Rad rennen oder sich irgendwann einmal ins Schicksal fügen.

http://www.heise.de/tp/blogs/3/106157
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