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29.04.2008Übermensch
Nachrichten über die Verbesserung, Erweiterung und Ablösung des Menschen

Gehirnjogging verbessert Intelligenz

Psychologen aus der Schweiz und den USA haben mit einem von ihnen entwickelten Trainingsspiel nachgewiesen, dass sich damit die kognitiven Leistungen der Versuchspersonen teils erheblich verbessern.

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Nach einer in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichten Studie "Improving fluid intelligence with training on working memory" von Psychologen der Universität Bern und der University of Michigan kann man seine kognitiven Fähigkeiten auch ohne chemische Enhancer oder "smart drugs" durch Gehirntraining effektiv steigern. Das ist zwar nicht sonderlich verwunderlich, aber nach den Experimenten reichen schon 5 Minuten geistiger Gymnastik pro Tag, um einige Fortschritte im Hinblick auf "flüssige Intelligenz" (fluid intelligence) zu erzielen. So nennt man die Fähigkeit, neue Probleme ohne zuvor erworbenes Wissen lösen zu können. Flüssige Intelligenz gilt als Grundlage für Lernen und viele kognitive Fähigkeiten. Und sie ist, so betonen die Psychologen, verbunden mit dem beruflichen Erfolg. Offenbar ist besonders das Training des Arbeitsgedächtnisses für bessere kognitive Leistungen entscheidend.

Der Memory-Test, an dem sich die Versuchspersonen regelmäßig üben mussten, bestand aus zwei Reihen von visuellen und auditiven Reizen, die alle 3 Sekunden gegeben wurden. So hörten die Versuchspersonen einen von acht Konsonanten und sahen Quadrate, in denen jeweils eine von acht Positionen angezeigt wurde. Die Schwierigkeit lag darin, dass die Versuchspersonen bei den ablaufenden Bändern mit jeweils sechs Paaren an Stimuli immer entscheiden mussten, ob ein eben genannter Buchstabe zu einer bereits vorher präsentierten Position in einem Quadrat passt oder umgekehrt. Der Schwierigkeitsgrad wurde jeweils an die Leistung der Versuchspersonen angepasst. So wurde der Ablauf bei guter Leistung beschleunigt, während das Bild, an das man sich erinnern sollte, bei jeder Aufgabe um eine Stelle nach hinten verschoben wurde. Bei schlechter Leistung war es umgekehrt. Versuchspersonen können den Test nur bewältigen, wenn sie permanent hoch konzentriert sind, sie ihr Arbeitsgedächtnis benutzen und die Aufmerksamkeit nicht nach lässt.

Die Versuchspersonen wurden in vier Gruppen mit jeweils einer Kontrollgruppe eingeteilt. Gemessen wurde die flüssige Intelligenz mit üblichen Tests am Anfang und dann nach 8, 12, 17 oder 19 Tagen Training. Während die einen Versuchspersonen zwischen den Tests 25 Minuten täglich trainieren sollten, trat die Kontrollgruppe nur zu den Tests am Beginn und am Ende an. In allen Gruppen verbesserte sich die Leistung von Tag zu Tag, bei den Versuchspersonen, die auch zwischendurch regelmäßig übten, waren die Ergebnisse deutlich besser – und zwar abhängig von der Zeit des Trainings. Die Verbesserung der flüssigen Intelligenz hinge nicht von dem Kurzzeitgedächtnis oder der Lesespanne der Versuchspersonen vor den Tests ab, sondern verbesserte sich bei allen Versuchspersonen (Studenten).

Die Psychologen sprechen von einer "beeindruckenden Lernkurve", die sie vor allem auf das adaptive Spiel zurückführten, das die Ausbildung von automatischen Routinen und aufgabenspezifischen Strategien nicht ermöglicht, während es zahlreiche kognitive Leistungen beansprucht. °Wichtig sei dabei, so vermuten die Psychologen, die Förderung der Kapazität, gleichzeitig mehrere Ziele im Kurzzeitgedächtnis präsent halten zu können.

http://www.heise.de/tp/blogs/3/107165
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